Palast von Malia

Besichtigung des Palastes von Malia.

Palast von Malia

Palast von Malia: die Ösen an den großen Tongefäßen dienten zur Seilverschnürung beim Transport.

Eine Abzweigung nach links hinter Malia auf der Schnellstrasse von Iraklion nach Agios Nikolaos führt zu der archäologischen Stätte von Malia und den Ruinen der minoischen Stadt. Der ursprüngliche Name der Stadt und des Palastes von Malia sind nicht bekannt, ihre Namen wurden von dem benachbarten Dorf übernommen.

Ausgrabungsgelände beim Palast von Malia

Übersichtskarte von Ausgrabungsgelände beim Palast von Malia.

In der griechischen Mythologie heißt es, dass Sarpedon, der Bruder des Minos und der Sohn von Zeus und Europa, dort herrschte.

Der Ort wurde nachweislich von Menschen schon seit dem Neolithikum bewohnt, was von den wenigen Überresten aus dieser Zeit, welche gefunden wurden, hergeleitet werden kann. Die Besiedlung erfolgte durchgehend bis etwa 1.450 v.Chr. Dies beweisen Häuser aus den letzten Jahren der Vorpalastzeit, welche südlich von dem Palast freigelegt wurden, Grabstätten in natürlichen Höhlen in der Nähe des Meeres und der Palast selbst, welcher erstmals 2.000 v.Chr. erbaut wurde, im Jahr 1.700 v.Chr. zerstört und wieder aufgebaut wurde, um endgültig 1.450 v.Chr. zerstört zu werden. Die Stadt selbst gab es noch für eine kurze Zeit in die Nachpalastzeit hinein.

Die Ausgrabungen in der Region wurden 1915 von I. Chatzidakis am Standort Zourokefali begonnen, wo sich die Wand einer großen Struktur befand. Zur gleichen Zeit wurde am Ufer eine in den Stein gehauene Grabkammer entdeckt, in welcher eingegrabene Sarkophage gefunden wurden. Im Jahr 1921 wurden die Ausgrabungen von der Französischen Archäologische Schule übernommen, die diese Arbeiten immer noch fortsetzt.

Trotz des Umstandes, daß der Palast von Malia die gleichen grundlegenden Architekturelemente wie die anderen Paläste hat, unterscheidet er sich in seiner Pracht, denn dem Komplex fehlt es an Brillanz und seine Fassaden bestehen aus Sandstein und nicht aus Kalksteinblöcken. Es mangelt vollständig an gedeckten Fußböden, Bänken, dem Marmor in den Innenräumen und an den Steinpfosten der Türen.

Modell Palast von Malia

Modell des ursprünglichen Palastes von Malia.

Der gepflasterte Zentralhof hat einen Prozessions-Korridor, welcher am Ende zu acht runden Gebäuden abzweigt. Es wird angenommen, das es sich dabei entweder um Zisternen oder Getreidesilos gehandelt hat. Hier befindet sich auch der Eingang zum Westflügel in Form einer Doppeltür mit einem gepflasterten Korridor und einem überdachten langen, schmalen Raum für die Wache.

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In der südöstlichen Ecke, westlich vom Eingang, befindet sich ein kleiner Thron. In der Mitte des Zentralhofes ist ein niedriger Altar, während am südwestlichen Ende ein wichtiges religiöses Denkmal gefunden wurde: der kreisförmige Stein ‘Kernos’ mit einer Vertiefung in der Mitte und 34 kleineren im Umfang. Dieser wurde als Opfertisch für verschiedene Früchte und andere Gegenstände für die Gottheit verwendet.

Die heiligen Wohnräume waren im Westflügel des Palastes, nach einer Reihe von Abstellräume. Am nordwestlichen Ende des Hofes war eine überdachte Fläche, eine Art von Loggia mit Zugang zum Innenhof, an deren Rückseite eine Säulenwand verlief und in der Mitte sich ein Thron oder Altar befand. Dort brachte der Priesterkönig Opfer für die Göttin dar, während die Menschen die Zeremonie vom Zentralhof aus verfolgten.

Auf der Ostseite des Zentralhofes des Palastes befanden sich lange und schmale Lagerräume, vor denen sich Korridore und eine Galerie entlang der gesamten Seite befanden, welche von quadratischen Pfeilern und Säulen getragen wurde. Der Südost-Eingang zum Palast befand sich an der Südseite der Lagerräume.

Die Nordseite des Zentralhofes hatte einen Säulengang ähnlich wie auf der Ostseite und unmittelbar dahinter eine große Säulenhalle mit sechs Säulen, welche die Decke stützten. Westlich der Halle, am Ende eines gepflasterten Korridor, der den Zentralhof mit dem Nord-Hof verbindet, ist ein seltsames, viereckiges Gebäude mit einer schrägen Ausrichtung, während im Westen der ‘Bergfried’ ist, welcher diesen Namen durch einen Raum mit dicken Wänden erhielt.

Weiter im Norden befanden sich Lagerräume, sowie ebenfalls im Nordosten des Palastgeländes. Zwischen diesen beiden Komplexen aus Lagerräumen befand sich ein weiterer Zugang aus den benachbarten östlichen Stadtteilen. Westlich von den Lagerräumen war der Nordeingang, von welchem eine gepflasterte Strasse zum Hafen hinunter führte.

Die wichtigsten Teile des Palastes befanden sich im Nordost-Flügel, wo sich die königlichen Gemächer zusammen mit einer gepflasterten Halle in der Mitte mit vier Zugängen sowie einer Galerie aus fünf Säulen befand. Nach Süden hin führt eine Galerie zu einem kleinen Raum, welcher religiösen Zwecken diente, wie aus Funden von Opferüberresten, Tontäfelchen, Scheiben und Stäbe mit Hieroglyphenschrift und Siegeln geschlossen werden kann.
Westlich der Halle befand sich ein Vorraum mit einem Lustbecken. Im angrenzenden Raum wurde das berühmte ‘Acrobat-Schwert’ gefunden, mit einem vergoldeten Knauf. Es ist eines der wichtigsten Funde der Ausgrabungen.

Modell Häuser altes Malia

Modell des ausgegrabenen Stadteils des alte Malia mit den Häusern.

Die alte Stadt von Mailia wurde um den Palast herum errichtet und hatte eine bebaute Fläche von etwa einem Quadratkilometer. Die Häuser der Stadt wurden nicht direkt nebeneinander gebaut, sondern standen in der Nachbarschaft, welche durch Straßen verbunden waren. Der größte Stadtteil wurde etwa 100 Meter nordöstlich des Plastes ausgegraben, links und rechts von der Straße, welche zum Hafen führte. Es gab Häuser in verschiedenen Größen mit Gängen, Hallen, Bäder und Lagerräumen. Das östliche Viertel der Stadt muß am reichsten gewesen sein, wie an Haus A7 zu sehen ist, welches sehr gut gebaut war und mehr Wohnungen als die anderen hatte.

Der Friedhof der alten Stadt Mali befand sich an der Stelle ‘Chrysolakkos’, 500 Meter nach Norden. Die vielen Funde sind sehr beeindruckend und stammen nicht nur von Gräbern, sondern auch von der Verehrung der Toten, wie die Auflistung der Gaben auf Tontafeln zeigt. Dazu gab es einen Altar aus der Vorpalastzeit für Opfer an die Große Göttin, welche über die Toten herrschte. Die herausragendsten Funde bestehen aus mehreren Vasen, Goldobjekte und Schmuck von außergewöhnlicher Fertigkeit, gekrönt durch die Goldanhänger mit den verbundenen Bienen und sind heute Größtenteils im Museum von Agios Nikolaos ausgestellt.

Besuch:

Der Palast von Malia ist ein MUSS für jeden Besucher von Malia. Im Gegensatz zu den Palästen von Knossos oder Festos wurden die Ausgrabungen in ihrem ursprünglichen Zustand gelassen und kein Versuch einer Rekonstruktion unternommen. Zudem wurde das Gelände nach der zweiten Zerstörung niemals weiterhin bewohnt wurde, sodaß sich alles noch im ursprünglichen Zustand befand. Auch befindet sich die Anlage weit außerhalb bebauten Gebietes und bietet eine herrliche Kulisse.
Er kann selbst zu Fuß innerhalb von 40 Minuten vom Ortskern des modernen Malia erreicht werden. Mit einem Motorroller, Quad-Bike oder Mietwagen ist es ein Katzensprung und es verkehrt auch ein Bus. In der Nähe des Palastes befindet sich außerdem der herrliche ‘Tropical Beach’ von Malia.


Wegbeschreibung zum Palast von Malia


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