Matala

Matala, die Hippi-Sandsteinhöhlen am Libyschen Meer.

Matala

Der Sandstrand von Matala mit den Höhlen im Hintergrund.

Lage von Matala

Kommos

Ausgrabungen am Strand von Kommos.

Vom Palast von Festos führt eine Abzweigung nach dem 12 km entfernten Matala. Zuvor erreicht man nach 7 km Pitsidia, wonach man nach weiteren 1,5 Kilometern eine Abzweigung auf einen Schotterweg erreicht, welche rechts nach Kommos zum ehemaligen Hafen von Festos führt.
Diese Siedlung hatte ihre Blütezeit von der Neupalastzeit bis zu den Römern. Während der dortigen Ausgrabungen wurde eine heilige Anlage mit herumliegenden Gebäuden entdeckt, welche bis in das 1. Jahrhundert n.Chr. hinein betrieben wurde. Die Gebäude im Südwesten waren vermutlich Lagerhäuser oder Hafenanlagen.

12 km weitere befindet sich die kleine Ortschaft Matala, welche der Zweithafen von Festos und später von Gortis während der Römerzeit war. Die Höhlen mit dem Sandstrand und der halbkreisförmigen Bucht sind eine beeindruckende landschaftliche Erscheinung.

Mehr Fotos von Kommos (Komo):

Geschichte von Matala

Die Höhlen von Matala wurden aus dem ockerfarbenen, schroffen und schräg geschichteten Sandsteinwänden geschlagen. Die Steilwände des zum Meer hin offenen Tals wurden wahrscheinlich schon seit dem 6. Jahrtausend v.Chr. herausgeschlagen und als Wohnhöhlen benutzt. Der weiche Sandstein lässt sich auch mit einfachsten Steinwerkzeugen gut bearbeiten.

Die Minoer hatten zwar ihren Haupthafen weiter nördlich im schon erwähnten und näher zu Festos gelegenen Kommos, wo immer noch Ausgrabungen stattfinden, werden wohl aber auch die geschützte Bucht von Matala genutzt haben.
Die Sage erzählt auch, daß Zeus hier in Matala in Gestalt eines Stieres mit Europa auf dem Rücken angelandet war. Homer schreibt, daß Menelaos bei seiner Rückkehr aus Troja hier Schiffbruch erlitt.
Für die Römer schließlich war Matala neben Lendas der wichtigste Hafen.

So ist nur gesichert, daß alle Höhlen von Menschenhand angelegt wurden und daß sie zuerst als römische und frühchristliche Gräber ausgebaut und eingerichtet wurden. Die ersten Christen nutzten die Höhlen als Grabstätten und arbeiteten Sarkophage hinein.

Doch wurden sie seitdem immer wieder und auch auf andere Weise genutzt, sodaß es unmöglich ist, festzustellen, wie sie einmal ursprünglich ausgesehen haben mußten oder angelegt wurden.
Manche Höhlen haben Fenster und Türen und herausgeschnittene Sitzbänke oder Betten, welches wohl ursprünglich einmal Grabplatten waren. Andere sind nicht mehr als herausgeschnittene Hohlräume. Auch die Einheimischen wohnten immer wieder zeitweise in ihnen.

Im Jahr 823 n.Chr. landeten die Sarazenen in Matala, von wo aus sie die Provinzhauptstadt Gortis belagerten und zerstörten und schließlich ganz Kreta eroberten. Im 2. Weltkrieg wurden die Höhlen als Munitionslager verwendet.

Höhlen von Matala

Vor den Höhlen von Matala.

Aber erst wirklich berühmt wurden die Höhlen von Matala in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, als sie der Aufenthaltsort einer großen, internationalen Hippi-Gemeinschaft wurden. Angeblich sollen Cat Stevens, Bob Dylan und Joni Mitchell darunter gewesen sein (‘they’re playing that scratchy rock and roll benath the Matala moon’ vom 1971er-Album ‘Blue’).
Der letzte, ‘echte’ Hippi dort war bis vor ein paar Jahren Scotty, welcher 1964 dort ankam und bis wenige Jahre vor seinem Tod im Alter von 76 Jahren in 2016 dort seine Zeit auf Erden verbracht hatte.

Die Zeit der großen Hippi-Gemeinschaft endete erst, als die griechischen Behörden das Gelände unter Denkmalschutz stellten und absperrten. Die Hippies zogen dann allerdings zum Palmstrand von Vai für eine begrenzte Zeit weiter.



Heute sind die Höhlen eingezäunt und täglich von 10 bis 19 Uhr von April bis September (Eintritt 2 €) zu besichtigen. In der Nacht patrouilliert die Polizei und sie werden von Flutlicht angestrahlt, sodaß niemand sich mehr dort einnisten kann.
Im Winter allerdings ist das Gelände oft nicht abgeschlossen und kann jederzeit besucht werden.

Besuch von Matala

Matala

Matala zu Beginn der Saison.

Bei der Anfahrt mit dem Auto sollte man den Parkplatz hinter dem Strand benutzen (Parkgebühr € 2), welcher rechts ausgeschildert ist, wenn man den Ort erreicht. Während der Hochsaison kann dieser aber voll belegt sein und dann gibt es nur noch eine begrenzte Anzahl kostenpflichtiger Parkplätze (3 €) in der Hotel-Straße. Sind auch diese belegt, bleibt nur noch, eine Abstellmöglichkeit an der Seite der Zufahrtsstraße zu suchen.
Mit dem Bus kann man ab Mires oder Iraklion nach Matala fahren, welcher direkt am Ortseingang hält.

Zwar gibt es immer noch Zeitgenossen, welche behaupten, daß Matala mit seinen in den Höhlen hausenden Hippies ‘der begehrenswerte Touristen-Strand’ auf Kreta ist, allerdings sind diese Zeiten – sofern sie überhaupt jemals existierten – aber zwischenzeitlich Legende und der Ort ist trotz seines Ruhms überraschend klein und in 10 Minuten hat man alles davon gesehen.
Im Grunde besteht der Ort aus einer einzigen Fußgängerzone, welche hinter dem Strand verläuft. Dort befindet sich der Markt und zahlreiche Tavernen auf der rechten Seite, während das ‘alte Matala’ gegen die Felsen auf der linken Seite gequetscht ist.

Mehr Fotos von Matala:

Tipp: weitere Strände in der Nähe

Wenn die Menschenmassen am Strand in der halbkreisförmigen Bucht von Matala überhand nehmen, kann man über die Hügel in 20 bis 30 Minuten den Kokkino-Strand (Roter Strand) zu Fuß erreichen. Die Strecke kann auch per Boot zurückgelegt werden.
Der rötlich-goldfarbene Strand mit seinen Nudisten und der etwas heruntergekommenen ‘Kantina’ liegt südlich von Matala und man folgt entweder einfach der ‘Hotel-Strasse’ weg vom Ort, wo man auf einen nicht zu übersehenden Pfad trifft, welcher aber in Abschnitten nicht leicht zu begehen ist.

 Strand von Kommos

Der Strand von Kommos (Komo).

Es gibt noch eine einfacher zu begehende, aber längere Route vom Ort aus. Dieser folgt man entlang den weißen Pfeilen, welche auf die Hauptstraße aufgemalt sind.

Der Kommos-Strand liegt dagegen in die andere Richtung, nördlich von Matala und man folgt dem Schotterweg ab Pitsidia. Dort befindet sich ein kilometerlanger, natürlicher Sandstrand.

Hotels in und um Matala

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Video von Matala

(Dauer 1 min 11 sec)


Wegbeschreibung nach Matala

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