Maleme Soldatenfriedhof

Maleme, 18 km westlich von Chania, zweitgrößter deutscher Soldatenfriedhof in Griechenland.

Soldatenfriedhof in Maleme

Der deutsche Soldatenfriedhof in Maleme auf der ehemaligen, heiß umkämpften Höhe 107. Im Hintergrund liegt der Flugplatz.

2016 jährten sich die schweren Kämpfe um in die Insel zwischen der Luftlandung auf Kreta am 20. Mai 1941 und der alliierten Evakuierung bis zum 1. Juni 1941 zum 75. mal.

Fallschirmjäger auf der eroberten Höhe 107

Deutsche Fallschirmjäger auf der eroberten Höhe 107 über dem Flugplatz von Maleme im Mai 1941.

Die hübsche, einfache Grabanlage befindet sich auf sanften Hanggelände mit Blick über die Bucht zur Halbinsel Rodopou, etwa an der Stelle, wo sich die 1941 stark umkämpfte Höhe 107 befand. Man hat von dort einen guten Überblick auf den heute noch vorhandenen und militärisch abgesperrten Flugplatz von Maleme und das damals heftig umkämpfte Gelände.

AKTUELLE PAUSCHALREISE-ANGEBOTE:

Der Friedhof ist täglich geöffnet und wird dabei immer von mehreren Touristenbussen angefahren. Nicht nur Angehörige der hier ruhenden deutschen Soldaten kommen hierher, sondern auch Engländer, Amerikaner, Australier und Griechen, um sich in die Gästebücher mit ihren Namen einzuschreiben, in der Hoffnung, daß dieser Ort ein Mahnmal für den Frieden sein möge.

Ursprünglich wurden schon im Jahr 1941 von den deutschen Besatzungstruppen auf Kreta bei Maleme, Rethymno, Iraklion, Galatas und anderen Stellen Soldatenfriedhöfe angelegt. Diese wurden jedoch nach dem 2. Weltkrieg abgerissen und die Gebeine der Gefallenen wurden vorläufig in das Kloster Gonais auf der Halbinsel Rodoupou überführt.

Im Oktober 1974 wurden die Gefallenen vom deutschen Verein für Kriegsgräberfürsorge auf diesen neu eingerichteten Friedhof umgebettet. Hier liegen 4.465 deutsche Soldaten, die meisten wurden nicht älter als 21 Jahre alt.
Von diesen sind etwa 1.991 bei den eigentlichen Kämpfen um die Insel ums Leben gekommen, sowie weitere 1.995 welche dabei als vermisst gemeldet wurden und ebenfalls als tot angesehen werden müssen. Bis auf 600, welche auf oder über dem Meer verloren gingen, wurde die Mehrzahl offensichtlich nachfolgend aufgefunden. Trotzdem kamen noch mehr als 1.100 Wehrmachtsangehörige in der eigentlichen Besatzungszeit von 1941 bis 1945 ums Leben.
Dies resultierte hauptsächlich aus Überfällen kretischer Partisanen, welche nicht durch das Kriegsrecht gedeckt und geschützt waren. Zudem führten derartige Vorfälle wiederum zu deutschen Vergeltungsaktionen, auch gegenüber der Zivilbevölkerung auf Kreta.

Der größte deutsche Soldatenfriedhof auf griechischen Boden mit mehr als 10.000 Gräbern liegt in der Nähe von Athen. Auch hier fällt das Missverhältnis von etwa 1.518 deutschen Gefallen in Griechenland während des Balkanfeldzug vom 6. April bis 30. April 1941 auf, aber 8.500 anschließend während der eigentlichen Besatzungszeit 1941 bis 1944 getöteten deutschen Soldaten.


Der Angriff auf Kreta 1941

Schlacht um Kreta

Schlacht um Kreta

Nach der Eroberung Jugoslawiens und Griechenlands im Balkanfeldzug konnten die Achsenmächte durch die Eroberung von Kreta die Ägäis und damit den Zugang sowohl zum Dodekanes wie für ihre Handelsschiffe zu den türkischen Meerengen und den Verbündeten am Schwarzen Meer sichern.
Das Unternehmen ‘Merkur’ war auf Luftherrschaft und Überraschung aufgebaut. Dieses misslang aber, da sich der britische Nachrichtendienst durch ‘Ultra’ ein gutes Bild der mehrfach verschobenen Operation gemacht hatte.

Fallschirmjäger springen über Maleme ab

Deutsche Fallschirmjäger springen aus ihren Transportflugzeugen am 20. Mai 1941 über Maleme ab.

Beim Angriff am 20.5.1941 gelang es den Fallschirmjägern nicht, auch nur einen der drei Flugplätze der Insel bei Maleme, Rethymno und Iraklion zu nehmen. Sie und die nachfolgenden Luftlandetruppen erlitten schwere Verluste, bis in zähem Ringen der Flugplatz von Maleme gesichert war.

Zwei Geleitzüge aus kleinen Dampfern und Motorseglern wurden nachts auf dem Wege zur Insel von britischen Seestreitkräften gestellt. Zwei italienische Torpedoboote setzten sich mit größter Tapferkeit und solchem Geschick ein, daß die Verluste erträglich blieben.
Bei Tageslicht brachten Sturzkampfbomber der englischen Flotte schwere Verluste bei und zwangen sie zum Rückzug.

In siebentägigen harten Kämpfen gelang es schließlich, auf der von 42.640 Mann verteidigten Insel so festen Halt zu gewinnen, daß die Engländer sich über See zurückzogen. 12.000 Mann gerieten in Gefangenschaft, durch Luftangriffe verloren sie 3 Kreuzer und 6 Zerstörer. Ihr einziger Flugzeugträger, 3 von 4 Schlachtschiffen und zahlreiche kleinere Fahrzeuge wurden beschädigt.

Chronologie der Ereignisse

Deutsche Fallschirmjäger landen auf Kreta.

Deutsche Fallschirmjäger landen auf Kreta.

Dienstag den 20. Mai 1941:
Schwere deutsche Luftangriffe auf den Bereich um die Suda-Bucht und Maleme geht der Landung von Lastenseglern und Fallschirmjägern voraus. 10.000 deutsche Fallschirmtruppen landen dabei, erleiden aber schwere Verluste, sodaß bei Sonnenuntergang nur noch 6.000 von ihnen einsatzbereit sind.
Bei den vier Hauptzielen der Landung in Maleme, Galatas und Chania, Rethymno und Iraklion gelingt ihnen nur die Bildung eines starken Brückenkopfs bei Maleme. Die alliierten Truppenkonzentrationen ‘A1’ (Rawlings), ‘B’ (Rowley) und ‘D’ (Glennie) marschieren in den Westen Kretas, während ‘Force C’ unter King südlich der Kasos-Meerenge einrückt.


 

Mittwoch der 21. Mai 1941:
Drei britische Zerstörer beschießen das Flugfeld auf Scarpanto vor Morgengrauen. Schwere deutsche Bombenangriffe im Bereich von Maleme und Chania. Mehrere Lastensegler fliegen trotz schwerer Verluste ein, wobei sich die deutschen Verstärkungen auf westlich des Flugplatzes von Maleme und in der Nähe von Chania konzentrieren.
Am späten Nachmittag kontrollieren die deutschen Soldaten das Flugfeld von Maleme und ein Gegenangriff von zwei neuseeländischen Bataillonen scheitert.
An allen anderen Stellen, bei Rethymno und Iraklion, haben die Verteidiger mehr Erfolg mit ihren Gegenangriffen. Nördlich von Kreta befindet sich die britische Royal Navy mit Patrouillen aus Kreuzern und Zerstörern auf See. Dabei wird HMS Juno durch einen Luftangriff versenkt. Während eines Nachtgefechtes zerschlagen britische Kriegsschiffe einen deutschen Truppen-Geleitzug aus traditionellen Kaiki-Fischerbooten mit Männern der 5. Gebirgs-Division auf dem Weg nach Kreta.

Ju-52 Maleme

Eine der in Massen eingesetzten Ju 52 ist auf dem eroberten Flugplatz von Maleme gelandet und bringt Verstärkungen.

Donnerstag der 22. Mai 1941:
Ein Gegenangriff der neuseeländischen Truppen vor Morgengrauen erreicht das Flugfeld von Maleme, aber sie werden zum Rückzug gezwungen. Ihre Situation verschlechter sich weiter und sie müssen sich auf eine kürzere Linie nach Osten zurückziehen, wodurch die Deutschen das Flugfeld vollständig kontrollieren. Dadurch können etwa weitere 12.000 Mann Gebirgsjäger an Verstärkungen eingeflogen werden. Die Neuseeländer fallen weiter auf Galatas zurück.
Bei Iraklion sieht die Situation weiter gut für die Alliierten aus. Viele deutsche Flugzeuge gehen verloren.
Der Marineverband ‘Force C’ trifft auf einen deutschen Geleitzug südlich von Milatos und wird von der deutschen Luftwaffe heftig attackiert. Die britischen Schiffe HMS Naiad und HMS Carlisle werden dabei beschädigt. Der Verband wird durch die ‘Force A’ im Kithera-Kanal verstärkt, aber HMS Greyhound, HMS Gloucester und HMS Fiji werden versenkt und die beiden Schlachtschiffe HMS Warspite und HMS Valiant getroffen und beschädigt.

 

brennende Schiffe Suda-Bucht

Britische Schiffe brennen in der Suda-Bucht nach einem Stuka-Angriff.

Freitag der 23. Mai 1941:
Ein verstümmeltes Signal über angeblichen Munitionsmangel lässt Admiral Cunnigham um 4 Uhr den Befehl erteilen, alle britischen Marinestreitkräfte nach Alexandria zurückzubeordern, um Munition zu ergänzen.
Den neuseeländischen Truppen wird befohlen, sich in Richtung Suda-Bucht zurückzuziehen. Die neue Verteidigungslinie, welche östlich von Maleme und westlich von Chania gebildet wird, steht unter schweren deutschen Luftschlägen.
Ein Ultimatum zur Kapitulation an die britischen und griechischen Verteidiger von Iraklion wird zurückgewiesen.
Mehr Fischerboote werden durch HMS Kelly und HMS Kashmir nördlich von Kreta versenkt. Aber beide britischen Kriegsschiffe werden später ebenfalls durch Stukas versenkt.
Der griechische König verlässt Kreta an Bord von HMS Decoy.
RAF-Flugzeuge werfen Nachschub und Ambulanz-Material für die Truppen bei Iraklion und Rethymno ab. Blenheim-Bomber greifen im Morgengrauen den Flugplatz von Maleme an. Fünf britische Motortorpedoboote werden in der Suda-Bucht durch Luftangriffe versenkt.

 

Samstag der 24. Mai 1941:
Vor dem Morgengrauen entladen die britischen Kriegsschiffe HMS Jaguar und HMS Defender Munition auf Kreta. Die RAF entsendet zur Suda-Bucht Wellington-Bomber für den Angriff auf den Flugplatz von Maleme, von denen drei verloren gehen. Auch Hurricane-Jagdflugzeuge werden für Tiefangriffe auf die deutschen Stellungen bei Iraklion geschickt, von denen fünf verloren gehen.
Das britische Armee-Hauptquartier in Chania muss zum Marine-Hauptquartier an die Suda-Bucht zurückverlegt werden. Die alliierten Truppen haben Munitionsmangel, insbesondere die Griechen bei Iraklion.
Der Oberbefehlshaber der britischen Mittelmeer-Flotte, Admiral Cunningham, unterrichtet den britischen Generalstabschef davon, dass der Umfang deutschen Luftangriffe so groß ist, sodass die Royal Navy bei Kreta nicht mehr im Tageslicht operieren kann.

Fallschirmjäger treiben kretische Zivilisten zusammen

Fallschirmjäger treiben kretische Zivilisten zusammen, nachdem ermordete Deutsche aufgefunden wurden.

Sonntag den 25. Mai 1941:
Die deutschen Truppen versuchen nach Galatas durchzubrechen und nehmen den Ort, aber britische und neuseeländische Truppen erobern ihn zurück. Für seine Tapferkeit bei Maleme und in den nachfolgenden Kämpfen erhält der Zweite Leutnant Charles Upham das erste Victoria Cross der Schlacht und er wird später ein weiteres in Nordafrika bekommen.
Die alliierten Garnisonen in Rethymnon und Iraklion werden abgeschnitten. Die deutschen Truppen stoßen weiter ins Innere der Insel vor und besetzen Kandanos. Der unerwartete und heftige Widerstand der kretischen Zivilbevölkerung resultiert in Hinrichtungen, Plünderungen und das Niederbrennen von Ortschaften.
Vor dem Morgengrauen patrouillieren britische Kreuzer und Zerstörer vor der Nordküste Kretas. In der Morgendämmerung werfen Wellington-Bomber medizinische Versorgungsgüter über Rethymno ab. Die deutsche Luftwaffe setzt ihre Angriffe westlich von Chania den ganzen Tag über fort, während Transportflugzeuge weiterhin Verstärkungen einfliegen. 24 Ju 52 werden auf dem Flugfeld von Maleme durch den Angriff britischer Flugzeuge durch Bomben und Maschinengewehr-Feuer zerstört, aber auch drei Hurricane-Jäger, drei Blenheim- und ein Maryland-Bomber gehen den Briten verloren.

 

Gebirgjäger aus Maleme in Galatas

An diesem Tag erreichen die Gebirgsjäger aus Maleme die bei Galatas auf Kreta kämpfenden deuschen Fallschirmjäger.

Montag den 26. Mai 1941:
Britische Kreuzer und Zerstörer führen eine weitere Patrouille vor der Nordküste Kretas durch. Die britische Abwehrlinie zwischen Chania und Maleme wird durchbrochen und die Verteidiger müssen sich nach Chania zurückziehen. Die Deutschen dringen in Perivolai und Galatas ein.
Bei Iraklion können britische Truppen, unterstützt von zwei Matilda-Panzern, aus dem Süden durchbrechen und eine große Anzahl deutscher Soldaten einschließen.
Der alliierte Befehlshaber, der neuseeländische General Freyberg, entschließt sich zum Rückzug nach Sphakia an der Südküste, von wo aus seine Truppen über das Meer evakuiert werden sollen.
Der Flugzeugträger HMS Formidable und HMS Nubian werden bei einem Angriff deutscher Flugzeuge auf den Flottenverband von Vizeadmiral Pridham-Wipell schwer beschädigt.

 

Strasse von Maleme nach Chania

Die Strasse von Maleme nach Chania ist übersät mit zerstörten britischen Fahrzeugen.

Dienstag den 27. Mai 1941:
Vor Morgengrauen entladen der britische schnelle Minenkreuzer HMS Abdiel, zusammen mit zwei Zerstörern, die Layforce-Spezialeinheit der Commandos in der Suda-Bucht.
Am frühen Morgen informiert Wavell aus Ägypten den britischen Premierminister Churchill, daß Kreta nicht länger gehalten werden kann. Der britische Generalstab befiehlt daraufhin die Räumung und die Garnison erhält Wavells Bestätigung zur Evakuierung.
Eine neue alliierte Verteidigungslinie mit der Bezeichnung ’42. Street’ wird westlich der Suda-Bucht gebildet. Als die Deutschen weiter vorstoßen, führen die Neuseeländer und Australier einen Gegenangriff mit aufgepflanzten Bajonett, welcher zu erheblichen Verlusten führt. Die alliierten Streitkräfte, wenn auch nun in einiger Unordnung, ziehen sich nach Süden über die Weißen Berge und durch die Askifou-Tiefebene in Richtung Sfakia zurück, als ihre Verteidigungslinie zusammenbricht. Generalmajor Weston wird zum Befehlshaber über die Nachhut gemacht.
Deutsche Truppen übernehmen die Kontrolle über die Suda-Bucht und Chania, aber Iraklion hält immer noch aus. Die Royal Air Force verspricht der Royal Navy soviel Luftunterstützung wie möglich während der Evakuierung.

 

Freyberg in Sfakia

In einer Höhle nahe Sfakia wartet der Kommandeur der Creforce, General Freyberg (Mitte), auf die Evakuierung.

Mittwoch den 28. Mai 1941:
Die ‘Force B’ aus drei Kreuzern und sechs Zerstörern läuft aus Alexandria in Richtung Iraklion aus, um die dortige Garnison zu evakuieren. Gleichzeitig läuft ‘Force C’ aus vier Zerstörern nach Sfakia, wo die Masse der zu evakuierenden Truppen durch einen gemeinsamen Stab der britischen Armee und Marine von einer Höhle aus geleitet wird.
Mehr deutsche Fallschirmjäger landen im Raum Iraklion. Britische Wellington-Bomber greifen die Flugplätze von Maleme und Scarpanto an. HMS Ajax wird am Abend bombardiert und muß die ‘Force D’ verlassen und nach Alexandria zurücklaufen.
Italienische Truppen aus Rhodos landen im Osten in der Gegend von Lasthi an.
Sergeant Alfred Hulme erhält das Victoria Cross für seinen Einsatz während der Kämpfe am 28. Mai und für einen vorausgegangenen Gegenangriff bei Galatas.

 

Uebergabe von Iraklion

An diesem Tag fällt Iraklion auf Kreta . Übergabeverhandlungen zwischen deutschen Fallschirmjägern und dem Bürgermeister (in der Mitte hinten in Zivilkleidung).

Donnerstag den 29. Mai 1941:
Vor dem ersten Tageslicht können die ersten 700 Mann bei Sfakia und 4.000 Mann in Iraklion einschiffen. Dabei sinkt HMS Imperial beim Auslaufen. Die ‘Force B’ steht den ganzen Tag über unter schweren Luftangriffen, wobei HMS Orion und HMS Dido beschädigt und HMS Hereward versenkt wird.
Die britische Nachhut zieht sich weiterhin in guter Ordnung zurück, aber Sfakia wird heftig bombardiert und von Tieffliegern angegriffen.
‘Force B’ und ‘Force C’ erreichen Alexandria, während ‘Force D’ auf dem Weg nach Sfakia ist.
Die Deutschen kontrollieren nun auch Rethymno und Iraklion.

 

Freitag den 30. Mai 1941:
Bis zum ersten Tageslicht lädt ‘Force D’ 6.000 alliierte Soldaten bei Sfakia ein und erreicht Alexandria am Nachmittag, aber HMS Perth wird auf der Fahrt getroffen. ‘Force C’ ist nun wieder auf dem Weg zurück nach Sfakia.
Flugzeuge der RAF bombardieren Maleme, Scarpanto und Rhodos.
Die Nachhut befindet sich nun nur noch ein paar Kilometer von Sfakia entfernt. Die Garnison von Rethymno kapituliert gegenüber den Deutschen.

Samstag den 31. Mai 1941:
Letzte Evakuierung aus Sfakia durch britische Kriegsschiffe vor dem Morgengrauen. ‘Force D’ lädt dabei etwa 1.500 Mann ein. Jagdschutz über der ‘Force C’ schießt vier deutsche Bomber ab.
General Freyberg und Captain Morse der Royal Navy werden mit einem Sunderland-Flugboot ausgeflogen, während Weston das Kommando auf Kreta übernimmt. Er vermutet, daß er immer noch über etwa 9.000 Mann verfügt, welche aus der Gegend von Sfakia evakuiert werden sollen. Der Marineverband ‘Force C’ mit HMS Phoebe, HMS Abdiel und drei Zerstörern wird ausgeschickt, um die letzten Truppen abzuholen. Die Admiralität teilt mit, daß die Evakuierung bis zur Morgendämmerung des 1. Juni abgeschlossen sein muss. Weston informiert Wavell, daß alle auf Kreta zurückbleibenden Truppen am 1. Juni kapitulieren werden.
General Student gibt Befehle heraus, welche die Exekution von kretischen Zivilisten regeln.

Kriegsgefangenenlager für Briten und Griechen

Kriegsgefangenenlager für Briten und Griechen bei Agya Marina. Im Hintergrund liegt die Insel Theodori.

Sonntag der 1. Juni 1941:
Force ‘D’ lädt nahezu 4.000 Mann bei Sfakia ein. HMS Calcutta wird auf ihrem Weg zur ‘Force D’ durch einen Sturzkampfbomber versenkt. Die britischen Schiffe erreichen Alexandria am späten Nachmittag.
Westen übermittelt eine Nachricht an auf Kreta verbliebene, leitende Truppenoffiziere über ihre Kapitulation und kehrt wie befohlen in einem Flugboot nach Ägypten zurück.


Bilder aus Chania im 2. Weltkrieg

Bilder aus Chania und Umgebung während und kurz nach den Kämpfen auf Kreta im Mai und Juni 1941.

Bilder aus Iraklion im 2. Weltkrieg

Bilder aus Iraklion und Umgebung während und kurz nach den Kämpfe auf Kreta im Mai und Juni 1941.


Wegbeschreibung zum Deutschen Soldatenfriedhof in Maleme


Hotel in und um Maleme

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4 Kommentare

  1. Waren die sogenannten Vergeltungsaktionen gegen die Zivilbevölkerung gerechtfertigt? Das scheinen Sie in Ihrer Einleitung zu implizieren. Tatsächlich ist es aber so, dass es sich dabei um Kriegsverbrechen gehandelt hat, wie auch diverse deutsche Gerichte nach dem Krieg entschieden haben.

    • Die Ermordung eines unvorbereiteten Soldaten durch einen bewaffneten Zivilisten widerspricht dem Kriegsrecht.

      Es ist zu bedenken, nicht alle deutschen Soldaten während des Zweiten Weltkrieges waren Nazis und freiwillig in dem jeweiligen Land, viele davon Familienväter, da zumeist ältere Jahrgänge bei den Besatzungstruppen. Die Exekution des Täters oder bis zu 10 Zivilisten zur Vergeltung waren durch das damals gültige Kriegsrecht im Allgemeinen gedeckt.

      Daher hängt dies vom Einzelfall ab, was Kriegsverbrechen und Vergeltungsmaßnahmen sind. Quellen in der Literatur belegen, daß durch derartige Maßnahmen die Partisanen-Tätigkeit auf Kreta nahezu bis zum Kriegsende zur relativen Ruhe kam.
      In jedem Fall haben die Aktionen der damals bewaffneten Kreter, welche oft von britischen SOE-Agenten angestiftet und geleitet wurden, zu weitaus mehr unnötigen Opfern geführt und den Krieg um keinen Tag verkürzt oder an seinem Ausgang etwas geändert.

      Dazu auch Biografie General Student, welcher am 31. Mai 1941 die Vergeltungsbefehle herausgegeben hatte. Nach Kriegsende wurde gegen ihn wegen Kriegsverbrechen gegen Zivilisten keine Anklage erhoben, die Auslieferung an Griechenland durch die Alliierten erfolgte nicht und nach erfolgreicher Berufung gegen die Verurteilung (wegen drei Fällen von Erschießungen britischer Soldaten durch ihm unterstellte Truppen) nach einem Jahr freigelassen, da sich der zuständige alliierte Richter, General Galloway, weigerte das Urteil zu bestätigen, weil ‘Student für seine untadelige Haltung bekannt war’.

      • Stephan Mc Neal

        Art.2 der Haager Landkriegsordnung gibt der Bevölkerung eines überfallenen Landes das Recht zum Widerstand. Wer dem, wie hier bei dem Kommentar von “Kretaner” kennt die Landkriegsordnung in keinster Weise. Zudem waren auf Kreta die Zivilisten in Andarten-Gruppen organisiert, die widerum durch die Landkriegsordnung abgesichert sind, denn sie gelten als Freischärler oder Freischar. Bitte einfach mal das Wort “Freischar” im Google-Translator von Deutsch ins griechisch übersetzen lassen und dabei kommt das Wort “Andarten” heraus.

        In keinem Passus der Haager Landkriegsordnung steht geschrieben, dass zur Vergeltung 10 Personen für 1 getöteten Soldaten erschossen werden kann. Im Gegenteil. In der HLO (Haager Landkriegsordnung) darf niemand für die Taten eines Anderen bestraft werden. Der Täter muss vor ein ordentliches Gericht gestellt werden, was auf Kreta und später auf ganz Griechenland nie der Fall gewesen war.

        Übrigens wurde Student nur deswegen nicht als Kriegsverbrecher verurteilt, weil während seines Prozess bereits der griechische Bürgerkrieg im Gange war und man belastende Zeugen der ELAS wegen ihrer nähe zur kommunistischen Partei nicht zugelassen hatte.

        Der Widerstand der Kreter wurde durch die wilden Erschießungen von Zivilisten erst recht angeheizt. So wurden bereits am 20. Mai von Soldaten der Kampfgruppe Kroh in Stavromenos 12 Zivilisten erschossen. Am 23. und 24. Mai 1941 wurden von Fallschirmjäger der Kampfgruppe Wiedemann 74 Zivilisten, die zuvor als Geiseln genommen wurden in Perivolia.Misira am Strand liquidiert. Alles Taten die gegen das geltende Kriegsrecht verstießen.

        Es ist von deutschen Stellen auch längst widerlegt, dass es zu Grausamkeiten von Zivilisten gegenüber Fallschirmjägern gekommen sei. Es sind und das wird auch von kretischer Seite bestätigt nur vereinzelt solche Fälle vorgekommen. Wer sich allerding nun auf das Buch von Prof. Richter “Operation Merkur- Die Eroberung der Insel Kreta” beruft, dem soll an dieser Stelle gesagt sein, dass in fast allen Behauptungen die dort aufgestellt werden, was den kretischen Widerstand betrifft, kein Fünkchen Wahrheit liegt.

        • Dazu die Haager Landkriegsordnung und Nürnberger Prozess:
          Die Haager Landkriegsordnung (HLKO) gesteht der Bevölkerung eines nicht besetzten Gebietes [Kreta und ganz Griechenland war seit Juni 1941 besetzt] den Kombattantenstatus zu, wenn sie gegen eine Invasion in der sogenannten Levée en masse zu den Waffen greift, ohne Zeit gehabt zu haben eine ordentliche Organisation einzurichten [Zeit war seit Okt 1940 – dem ital. Angriff – oder spätestens Anfang April 1941 gegeben – und wenn nach obiger Ausführung zwar schon als Andarten-Gruppen bereits organisiert, dann wohl ohne die zwingend vorgeschriebene Uniform oder Abzeichen und womöglich auch verantwortlichen Kommandanten – Artikel 1]. Artikel 2 der HLKO verlangt in diesem Fall lediglich offenes Tragen der Waffen und das Beachten der Gesetze und Gebräuche des Krieges [Verantwortliche britische und neuseeländische Offiziere (u.a. Major Bedding, 20. Mai 1941 bei Kastelli) berichten schon während der Kämpfe um den Kastelli-Hügel und Paleochora, daß sie Mühe hatten, Massaker des ‘bewaffneten griechischen Mobs’ zu unterbinden. Auch die Verstümmelung feindlicher Soldaten – ob sie nun Gefangene, Verwundete oder schon tot waren, ist dabei unerheblich – u.ä. gehörte kaum zu den ‘Gesetzen und Gebräuchen des Krieges’: schon die Misshandlung von gegnerischen Kriegstoten ist eine eklatante Verletzung der Genfer Konventionen von 1929, welche besagte: Nach jedem Gefecht soll der Kriegsteilnehmer, welcher in Besitz des Feldes bleibt, Maßnahmen unternehmen, um Verwundete und Tote zu suchen und sie vor Raub und Misshandlung zu schützen.’ Diese Praktiken waren außerdem eine Verletzung der ungeschriebenen, üblichen Regeln der Landkriegsführung und konnten zur Todesstrafe führen].

          Andartis, Plural Andarten, (griechisch Αντάρτης) ist die griechische Bezeichnung für einen Partisanen. In den Nürnberger Prozessen wurde festgestellt (siehe weitere unten in der Ausführung), das ‘Irreguläre’ (ob sie sich nun Partisanen, Banditen, Andarten, Freischärler oder Freikorps nennen ist unerheblich) alle Bedingungen des Haager Kriegsrecht KONSEQUENT einhalten müssen.. Artikel 2 ist damit nach dem 1. Juni im ersten Teil auf jeden Fall nicht mehr zutreffend, der zweite Teil ist auch mehr als zweifelhaft und gegen den dritten Teil der Vorgaben wurde eindeutig verstoßen. Auch auf Artikel 1 der Haager Konvention kann sich nicht berufen werden.

          Meldung Generalmajor Julius Ringel, Kommandeur der 5. Gebirgs-Division, über ein Gefecht vom 4. Juni 1941 [nach Kapitulation der alliierten Streitkräfte auf Kreta]: ‘Ein zäher und verbissener Kampf, an dem sich sogar Kinder und Frauen beteiligen. Es wird schärfstens durchgegriffen. Nachdem die Gräueltaten der griechischen Bevölkerung und wahrscheinlich auch durch griech. Soldaten bekannt geworden waren, befahl die Div. für jeden deutschen Verwundeten oder Gefallenen 10 Kreter zu erschießen, Gehöfte und Dörfer, in denen deutsche Truppen beschossen werden, niederzubrennen, in allen Orten Geiseln sicherzustellen.’

          Mit der Kriegsstrafverfahrensordnung (KStVO) und der Kriegssonderstrafrechtsverordnung (KSSVO) vom 17. August 1938 wurden sowohl für Deutsche als auch für ‘Ausländer’ die Delikte Wehrkraftzersetzung, Freischärlerei, Hochverrat, Landesverrat und Feindbegünstigung neu gefasst. Sühne gegen ‘Verdächtige’ wurde gegen ausländische Zivilisten und versprengte Soldaten als intentionales Strafrecht eingeführt und § 3 KSSVO ließ nur Freispruch oder Todesstrafe zu und verhinderte eine differenzierte Würdigung der Straftaten.
          Repressalien gegen die feindliche Zivilbevölkerung waren seit Jahrhunderten Gewohnheitsrecht, allerdings gab es keine allgemein anerkannten ‘Quoten’. In der Wehrmacht wurde üblicherweise die Quote von 10 Zivilisten für einen Toten Soldaten angenommen. Französische Truppen in Süddeutschland haben 1945 z.B. vier Zivilisten für einen Soldaten erschossen. Bei der Roten Armee 1945 in Ostdeutschland war es auf Befehl Schukows Praxis, alle Zivilisten, welche nicht das Kampfgebiet verlassen, als Partisanen anzusehen und sie konnten erschossen werden.

          Die französische Anklage und amerikanische Richter in Nürnberg urteilten, stellte allein die Erschießung gefangener Partisanen – selbst ohne Gerichtsverfahren – noch kein Kriegsverbrechen dar. Auch seien Geiselerschießungen und Repressalien im ‘angemessenen Rahmen’ nach damaligem Kriegsrecht nicht generell verboten, allerdings auch nicht ausdrücklich erlaubt, gewesen.

          Das Gericht erklärte in seiner Urteilsbegründung, es sei nicht befugt, neues Völkerrecht zu schaffen, sondern müsse geltendes Recht anwenden. Die Praxis von Geiseltötungen sei ein ‘barbarisches Überbleibsel’ im Kriegsvölkerrecht. Im Genfer Abkommen vom 12. August 1949 zum Schutz von Zivilpersonen in Kriegszeiten wurde schließlich das Gewohnheitsrecht der Geiselnahme aus dem Katalog zulässiger Repressalien gestrichen.

          Das Alliierte Tribunal hatte zwei entscheidende Fragen zu beantworten:
          1) Waren Partisanen ‘rechtmäßige Kombattanten’ und damit berechtigt, Kriegsgefangene zu sein – und war dieser Status davon abhängig, ob sie einheitliche oder unverwechselbare militärische Abzeichen trugen ?
          2) War es rechtmäßig, Geiseln und Repressalien gegen Zivilisten als ‘Vergeltung’ gegen Partisanenüberfälle zu nehmen?

          In der ERSTEN Frage der Partisanen kam das Gericht zu dem Schluss, dass nach den damals geltenden Kriegsgesetzen (Haager Übereinkommen Nr. IV von 1907), die Partisanen in Südosteuropa nicht als rechtmäßige Kriegsparteien im Sinne von Artikel 1 dieser Konvention angesehen werden, obwohl in Jugoslawien die meisten Militärabzeichen (ein roter Stern, der auf eine Uniformmütze genäht wurde) trugen und viele von Titos Partisanen und Chetniks in voller Uniform dienten. Sie hielten sich dennoch nicht konsequent an alle in den Haager Verordnungen festgelegten Bedingungen der Kriegsführung und konnten folglich ohne Prozess hingerichtet werden. Selbst uniformierte irreguläre Kräfte, die Guerilla-Kriege führten, konnten keine rechtmäßigen Kämpfer sein: ‘Wir sind verpflichtet festzustellen, dass es sich bei diesen Guerillas um Francs-tireurs handelte, die nach der Gefangennahme der Todesstrafe übergeben werden könnten. Folglich wird den Beklagten wegen der Hinrichtung von gefangenen Partisanen keine strafrechtliche Verantwortung übertragen.’

          Was die Geiselnahme betrifft, so kam das Gericht zu dem Schluss, dass unter bestimmten Umständen die Geiselnahme und sogar Vergeltungshinrichtungen eine zulässige Vorgehensweise gegen Guerillaangriffe darstellen können. Nach Ansicht des Tribunals war die Geiselnahme (und deren Tötung als Vergeltung für Guerilla-Angriffe) an mehrere Bedingungen geknüpft. Das Tribunal bemerkte dazu auch, dass sowohl das British Manual of Military Law als auch das U.S. Basic Field Manual (Rules of Land Warfare) die Vergeltungsmaßnahmen gegen die Zivilbevölkerung erlaubten. (Das britische Handbuch erwähnte das Töten nicht, aber das US-Handbuch enthielt das Töten als mögliche Vergeltung !).
          Unverhältnismäßige Exzesse oder Quoten, wie 100 Zivilisten für einen Soldaten (wie zeitweise Ende 1941 in Serbien durch den Sühne-Befehl von September 1941 geschah und später vereinzelt wiederholt von Hitler angeordnet wurde), Repressalien ohne Zusammenhang von Ort und Zeitpunkt der Partisanen-Tätigkeit, vorsorgliche Geiselnahme, der berüchtigte Kommissar- und Commando-Befehl u.ä. wurden vom Gericht als Kriegsverbrechen eingestuft.

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