Maleme Soldatenfriedhof

Maleme, 18 km westlich von Chania, zweitgrößter deutscher Soldatenfriedhof in Griechenland.

Soldatenfriedhof in Maleme

Der deutsche Soldatenfriedhof in Maleme auf der ehemaligen, heiß umkämpften Höhe 107. Im Hintergrund liegt der Flugplatz.

2016 jährten sich die schweren Kämpfe um in die Insel zwischen der Luftlandung auf Kreta am 20. Mai 1941 und der alliierten Evakuierung bis zum 1. Juni 1941 zum 75. mal.

Fallschirmjäger auf der eroberten Höhe 107

Deutsche Fallschirmjäger auf der eroberten Höhe 107 über dem Flugplatz von Maleme im Mai 1941.

Die hübsche, einfache Grabanlage befindet sich auf sanften Hanggelände mit Blick über die Bucht zur Halbinsel Rodopou, etwa an der Stelle, wo sich die 1941 stark umkämpfte Höhe 107 befand. Man hat von dort einen guten Überblick auf den heute noch vorhandenen und militärisch abgesperrten Flugplatz von Malame und das damals heftig umkämpfte Gelände.

Der Friedhof ist täglich geöffnet und wird täglich von mehreren Touristenbussen angefahren. Nicht nur Angehörige der hier ruhenden deutschen Soldaten kommen hierher, sondern auch Engländer, Amerikaner, Australier und Griechen, um sich in die Gästebücher mit ihren Namen einzuschreiben, in der Hoffnung, daß dieser Ort ein Mahnmal für den Frieden sein möge.

Ursprünglich wurden schon im Jahr 1941 von den deutschen Besatzungstruppen auf Kreta bei Maleme, Rethymno, Iraklion, Galatas und anderen Stellen Soldatenfriedhöfe angelegt. Diese wurden jedoch nach dem 2. Weltkrieg abgerissen und die Gebeine der Gefallenen wurden vorläufig in das Kloster Gonais auf der Halbinsel Rodoupou überführt.

Im Oktober 1974 wurden die Gefallenen vom deutschen Verein für Kriegsgräberfürsorge auf diesen neu eingerichteten Friedhof umgebettet. Hier liegen 4.465 deutsche Soldaten, die meisten wurden nicht älter als 21 Jahre alt.
Von diesen sind etwa 1.991 bei den eigentlichen Kämpfen um die Insel ums Leben gekommen, sowie weitere 1.995 welche dabei als vermisst gemeldet wurden und ebenfalls als tot angesehen werden müssen. Bis auf 600, welche auf oder über dem Meer verloren gingen, wurde die Mehrzahl offensichtlich nachfolgend aufgefunden. Trotzdem kamen noch mehr als 1.100 Wehrmachtsangehörige in der eigentlichen Besatzungszeit von 1941 bis 1945 ums Leben.
Dies resultierte hauptsächlich aus Überfällen kretischer Partisanen, welche nicht durch das Kriegsrecht gedeckt und geschützt waren. Zudem führten derartige Vorfälle wiederum zu deutschen Vergeltungsaktionen, auch gegenüber der Zivilbevölkerung auf Kreta.

Der größte deutsche Soldatenfriedhof auf griechischen Boden mit mehr als 10.000 Gräbern liegt in der Nähe von Athen. Auch hier fällt das Missverhältnis von etwa 1.518 deutschen Gefallen in Griechenland während des Balkanfeldzug vom 6. April bis 30. April 1941 auf, aber 8.500 anschließend während der eigentlichen Besatzungszeit 1941 bis 1944 getöteten deutschen Soldaten.




Der Angriff auf Kreta 1941

Schlacht um Kreta

Schlacht um Kreta

Nach der Eroberung Jugoslawiens und Griechenlands im Balkanfeldzug konnten die Achsenmächte durch die Eroberung von Kreta die Ägäis und damit den Zugang sowohl zum Dodekanes wie für ihre Handelsschiffe zu den türkischen Meerengen und den Verbündeten am Schwarzen Meer sichern.
Das Unternehmen ‘Merkur’ war auf Luftherrschaft und Überraschung aufgebaut. Dieses mißlang aber, da sich der britische Nachrichtendienst durch ‘Ultra’ ein gutes Bild der mehrfach verschobenen Operation gemacht hatte.

Fallschirmjäger springen über Maleme ab

Deutsche Fallschirmjäger springen aus ihren Transportflugzeugen am 20. Mai 1941 über Maleme ab.

Beim Angriff am 20.5.1941 gelang es den Fallschirmjägern nicht, auch nur einen der drei Flugplätze der Insel bei Maleme, Rethymno und Iraklion zu nehmen. Sie und die nachfolgenden Luftlandetruppen erlitten schwere Verluste, bis in zähem Ringen der Flugplatz von Maleme gesichert war.

Zwei Geleitzüge aus kleinen Dampfern und Motorseglern wurden nachts auf dem Wege zur Insel von britischen Seestreitkräften gestellt. Zwei italienische Torpedoboote setzten sich mit größter Tapferkeit und solchem Geschick ein, daß die Verluste erträglich blieben.
Bei Tageslicht brachten Sturzkampfbomber der englischen Flotte schwere Verluste bei und zwangen sie zum Rückzug.

In siebentägigen harten Kämpfen gelang es schließlich, auf der von 42.640 Mann verteidigten Insel so festen Halt zu gewinnen, daß die Engländer sich über See zurückzogen. 12.000 Mann gerieten in Gefangenschaft, durch Luftangriffe verloren sie 3 Kreuzer und 6 Zerstörer. Ihr einziger Flugzeugträger, 3 von 4 Schlachtschiffen und zahlreiche kleinere Fahrzeuge wurden beschädigt.


Bilder aus Chania im 2. Weltkrieg

Bilder aus Chania und Umgebung während und kurz nach den Kämpfen auf Kreta im Mai und Juni 1941.

Bilder aus Iraklion im 2. Weltkrieg

Bilder aus Iraklion und Umgebung während und kurz nach den Kämpfe auf Kreta im Mai und Juni 1941.


Wegbeschreibung zum Deutschen Soldatenfriedhof in Maleme


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