Lato

Lato, die am besten erhaltene Bergstadt der Dorer auf Kreta.

Lato

Dorische Bergstadt Lato bei Agios Nikolaos.

Lage und Geschichte von Lato

Direkt außerhalb von Kritsa führt eine asphaltierte Straße für etwa 4 km bis zur archäologischen Stätte von Lato.
Alternativ kann man auch vom Dorf Chamilion, welches 4 km westlich von Agios Nikolaos auf der ausgeschilderten Straße zum Lasithi-Plateau liegt (und per Bus oder Mietwagen zu erreichen ist), eine einstündige Wanderung in herrlicher Landschaft entlang der Beschilderung nach Lato hinauf unternehmen.

 von Lato beherrschte Territorium

Das von Lato beherrschte Territorium auf Kreta am Golf von Mirabello.

Lato wurde ursprünglich von den Dorern gegründet und existierte bis in das klassische Zeitalter. Die Ruinen sind nicht viel besucht, da sich Touristen und Archäologen eher mit den Resten der minoischen Kultur auf Kreta beschäftigen.
Daduch kann man aber manchmal in der glücklichen Lage sein, fast alleine hier in der herrlichen Landschaft zu stehen und die Atmosphäre der klassischen, griechischen Frühzeit auf Kreta einzuhauchen.

Das Lato jedoch kein unbedeutender Ort war, wird schon an der bloßen Ausdehnung der Ruinenstadt klar, welche sich in allen Richtungen ausbreitet.
Die Bergstadt hat eine herrliche Lage und liegt zwischen zwei Zwillingsgipfeln eines stark zerklüfteten Hügels. Die Stadt wurde von einer mit Mauern umschlossenen Doppel-Akropolis auf den Gipfeln überragt.
Die Anlage der Bergstadt zeigt deutlich den Wunsch nach Sicherheit der kriegerischen Dorer, welche von Griechenland aus nach Kreta eingewandert waren. Hier konnten sie sich gut verteidigen und hatten gleichzeitig einen guten Überblick auf das umliegende Gebiet, um selbst Überfälle durchzuführen.

Blick von Lato aus auf den Golf von Mirabello

Blick von Lato aus auf den Golf von Mirabello. Die weißen Gebäude gehören zur Stadt Agios Nikolaos.

Vom südlichen Hügel aus sieht man die weißen Gebäude von der heutigen Stadt Agios Nikolaos, welche damals lediglich der Hafen von Lato war.
Weiter nördlich erkennt man den Golf von Mirabello und die Bucht von Elounda mit der untergegangenen Hafenstadt Olous, welche der größte Konkurrent von Lato während seiner Blütezeit war.
Nach Westen hin liegt das Inland mit seinen Tälern und den steilen Gipfeln der Dikti-Berge mit der Lassithi-Hochebene.

Der Name Lato der Bergstadt leitet sich von ‘Leto’ ab, die Mutter von Artemis und Apollo aus der Mythologie. Homer erzählt in der Odyssee, wie Eileithyia (die minoische Göttin der Geburt) Leto besuchte, als sie den Gott Apollo auf der Insel Delos gebar. Es ist also passend, dass Eileithyia die Schutzgöttin von Lato wurde, wie hier gefundene Münzen bestätigen.
Zweifellos wurde Lato bereits in der ersten Hälfte des 1. Jahrtausend v.Chr. von den Dorern gegründet. Die nun hier vorhandenen Ruinen stammen alle aus dem 5. und 4. Jahrhundert v.Chr. und wurden bereits kurz nach 1900 ausgegraben.

Besichtigung von Lato

Zugang Lato

Diese Treppengasse führt nach Lato hinein.

Man betritt den Ort etwa 200 Meter unterhalb der ersten Ruinen und erreicht nach einem Pfad einen rechteckigen Bereich mit einem Tor, wo sich auch einmal der ursprüngliche Eingang durch ein Stadttor befunden hatte.



Wenn man von hier die alte Hauptgasse auf den Stufen hinaufsteigt, sieht man die Überreste von Geschäften und Werkstätten, welche an der Stadtmauer an der rechten Seite standen, sowie Verteidigungstürme und Zugänge zu den Wohngebieten auf der linken Seite.

Weiter oben befindet sich der fünfeckige Markplatz Agora, welcher der Treffpunkt der Bürger war. An seiner nördlichen Seite befinden sich eine Reihe von Stufen, welche an einen Theaterplatz der Minoer wie in Knossos oder Festos erinnern.
Die Stufen führen zwischen den Überresten zweier Türme zum Prytaneion, dem Rathaus. Hier tagten die Ratsherren und hielten Empfänge ab. Auf dem Herd in der Mitte des sich westlich anschließenden Raumes brannte andauernd das heilige Feuer. Auf der Rückseite befinden sich kleinere Kammern, welche das Stadtarchiv beinhalteten.

Zisterne in der Mitte der Agora

Zisterne in der Mitte der Agora.

In der Mitte der Agora befindet sich eine tiefe, quadratische Zisterne und ein Schrein. Hier stand ein Tempel ohne Säulen, wo zahlreiche Statuen aus dem 6. Jahrhundert v.Chr. gefunden wurden. An der westlichen Seite war ein schattiger und geschützter Platz, welcher mit Kolonnaden flankiert ist, der Stoa oder Säulenhalle. Das südliche Ende davon wurde durch einen neuzeitigen, kreisförmigen Dreschplatz durchschnitten, welcher von den Bauern noch bis Mitte des letzten Jahrhunderts benutzt wurde.

Übersichtsplan der Stadt Lato

Übersichtsplan der Stadt Lato.

Die sich in der Nähe befindliche Exedra war eine Art öffentlicher Sitzbereich, ähnlich einer Tribüne. In der südöstlichen Ecke des Geländes befindet sich eine weitere Exedra und eine weitere, breite Treppe in minoischen Stil, was hier offiziell als das ‘theatralische Gebiet’ bezeichnet wird. Diese führt zu einer erhöhten Terrasse mit einem gut erhaltenen Tempel aus dem vierten Jahrhundert v.Chr., der Apollo geweiht war. Die Fundamente und der Altar wurden restauriert.

Eintritt: 2 €, Öffnungszeiten während der Saison von Dienstag bis Sonntag von 8:30 bis 15 Uhr.


Mehr Bilder von Lato:

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Wegbeschreibung nach Lato

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