Kretas Mythen und Legenden zur heutigen Zeit

König Minos von Kreta und der Minotaurus.

Der Palast Knossos soll der Wohnort des mythischen Königs Minos gewesen sein. Die Ausgrabungsstätte lässt sich heute auf Kreta besuchen.


Quelle: Pxfuel

Die griechischen Mythen, Legenden und Sagen sind ein wichtiger Teil der griechischen Vergangenheit und Kultur und versetzen die Menschen bis heute ins Staunen. Eine besonders spannende und häufig erzählte Geschichte, die sich in der klassischen Periode des Antiken Griechenlands auf Kreta zugetragen haben soll, ist die des Königs Minos und des Minotaurus. Wer hat heute schließlich noch nicht vom Mythenwesen mit menschlichem Körper und Stierkopf gehört? Wer sich für die sagenhafte Geschichte des ehemaligen König Minos, des Minotaurus und des Labyrinths interessiert und den Schauplatz aus nächster Nähe erleben möchte, kann zu den Ausgrabungsstätten des minoischen Palasts Knossos auf Kreta reisen. Auch in der modernen Popkultur lebt der Mythos des Stierwesens auf, sodass diverse Spiele und Filme die Geschichte ins 21. Jahrhundert holen.

Die sagenhafte Geschichte von König Minos

Der Mythos des Minotaurus auf Kreta ist eine aufregende Geschichte von Macht, Hinterhalt, Liebe und Gewalt. Sie beginnt mit Minos, dem Sohn von Zeus und Europa, der auf Kreta beheimatet war. Er soll beim Meeresgott Poseidon Hilfe gesucht haben, um mit dessen Unterstützung König von Kreta zu werden. Im Gegenzug würde er für Poseidon das Tier, das er aus dem Meer entsandte, opfern. Gesagt, getan, Minos wurde König von Kreta. Der Stier, der aus dem Meer trat und den er hätte opfern sollen, gefiel ihm jedoch so gut, dass er ihn am Leben ließ und dem Meeresgott stattdessen ein anderes Tier opferte. Poseidon war erbost und ließ Minos Frau, Pasiphaë, daher von einem Stier befruchten, woraufhin sie den Minotaurus gebar, ein Mensch mit Stierkopf. Um das Mischwesen wegzusperren, ließ König Minos von Kreta ein Labyrinth vom Architekten Daidalos errichten, das des Stiers Gefängnis werden sollte. Theseus, Sohn des Königs von Athen, soll sich schließlich in das Labyrinth gewagt und den Minotaurus bekämpft und getötet haben. Ariadne, Tochter von König Minos, verliebte sich in Theseus und soll ihm mit dem sogenannten Ariadnefaden aus dem Labyrinth geholfen haben, nachdem er das Mischwesen besiegt hatte.

Eine faszinierende Legende, die sich auf der Insel Kreta abgespielt haben soll. Sie ist Teil der langen Geschichte der Insel, die besonders durch die Entdeckung der minoischen Zivilisation geprägt wird. Von dem in der Sage benannten mythischen König Minos stammt der Name der minoischen Zeit in Kreta. Sie prägte die Geschichte der Insel, des Landes und des gesamten Kontinents maßgeblich, denn bei der Zivilisation dieser Zeit auf Kreta soll es sich um die erste Hochkultur ganz Europas gehandelt haben. Als Ausgangspunkt für das klassische Griechenland soll hier die erste westliche Kultur begonnen haben. Durch die günstige Lage der Insel im östlichen Mittelmeer war sie ein hervorragender Schnittpunkt der östlichen und südlichen Kulturen, die hier auf die westlichen und nördlichen trafen. Über ein Jahrhundert wurde die Geschichte der Insel und der ersten echten Zivilisation auf europäischen Boden durch Ausgrabungen und Entdeckungen aufbereitet. Zentrum der Legenden waren unter anderem der minoische Palast Knossos, dessen Ausgrabungsstätte heute noch besucht werden kann. Er soll Wohnort des König Minos und architektonisches Vorbild für das sagenumwobene Labyrinth des Minotaurus gewesen sein.

Ausgrabungsstätte Knossos: Der größte minoische Palast auf Kreta

Der mit Abstand größte bisher gefundene minoische Palast befindet sich in Knossos und wurde erst zum Ende des 19. Jahrhunderts entdeckt. Der Palast des mythischen Königs Minos beeindruckt mit einer äußerst komplexen Architektur, die man sich heute kaum vorstellen kann, dass sie bereits damals errichtet wurde. Entdeckungen zufolge soll das Gebiet bereits in der Jungsteinzeit, um 6.000 v. Chr. besiedelt gewesen sein. Mit einem umwerfenden Palastkomplex schufen die Menschen bereits 2.000 v. Chr. architektonische Wunderwerke. Auf einer Fläche von über 20.000 Quadratmetern stand der aus mehreren Flügeln und Gebäudekomplexen bestehende Palast, der über die Zeit mehrfach erweitert, bzw. wiederaufgebaut und verändert wurde. Mit bis zu fünf Stockwerken, detailreichen Fassaden, majestätischen Eingangstoren und einem rundum prachtvollen Aussehen soll der Palast Knossos der Legende nach der Wohnort des Königs Minos und sogar Vorbild für das Labyrinth gewesen sein, in dessen Zentrum der Minotaurus gefangen war.

Heute lässt sich die Ausgrabungsstätte etwa fünf Kilometer von Iraklion entfernt auf Kreta besuchen. Bis 1903 wurde die Hauptstruktur des Palasts ausgegraben. Es folgten zahlreiche Restaurierungen und Wiederaufbauten des ehemaligen Gebäudes durch den britischen Archäologen Sir Arthur Evans, der mit seinen Arbeiten die ehemalige Struktur zum einen bewahren und zum anderen die unglaubliche Komplexität sowie den Detailreichtum des Gebäudes zeigen wollte. Zwar werden seine Arbeiten und Funde durch Forscher heute häufig kritisiert und belächelt, doch das eindrucksvolle Gelände von Knossos, dessen architektonische Form durch Evans vor Augen geführt wird, beeindruckt bis heute. Dass die Menschheit bereits 2.000 v. Chr. solch komplexe, mehrstöckige Bauten errichten konnten, wird hier erlebbar.

Im Videospiel Assassin’s Creed Odyssey wartet der Minotaurus als einer der Endgegner im Labyrinth auf waghalsige Spieler. 


Assassin’s Creed Odyssey World Premiere“ (CC BY 2.0) by BagoGames

Der sagenumwobene Minotaurus in der modernen Popkultur

Bei der Besichtigung von Knossos begeben sich Besucher förmlich auf eine Zeitreise in das Antike Griechenland, das auch im 21. Jahrhundert noch beeindruckt. Die Mythen und Geschichten der damaligen Zeit, besonders die rund um den Minotaurus, haben sich bis heute auf unsere Kultur ausgewirkt. Über die Jahre erschienen daher das Mischwesen sowie das Labyrinth vermehrt in Kunst und Literatur, wie etwa auf diversen Gemälden des spanischen Surrealismus-Künstlers Pablo Picasso und im Bestseller-Roman Das Haus – House of Leaves des amerikanischen Schriftstellers Mark Z. Danielewski aus dem Jahr 2000. Auch Filme beschäftigten sich bereits mit der griechischen Mythologie, so dreht sich der Film Krieg der Götter aus dem Jahr 2011 um die Sage des Minotaurus und auch im Film Zorn der Titanen hat der Stiermensch einen Auftritt.

In der Welt der Videospiele erwacht die Mythologie aus dem Antiken Griechenland ebenfalls erneut zum Leben. Das Action-Adventure-Rollenspiel Assassin’s Creed Odyssey von Ubisoft aus 2018 versetzt Spieler in das Jahr 431 v. Chr. nach Griechenland. Als Abstamme des spartanischen Königs Leonidas I begegnet der Spieler in der Rolle des Alexios oder der Kassandra in einer Episode sogar dem Minotaurus persönlich. Es geht durch das Labyrinth, in dessen Mitte der wütende Stiermensch auf den Spieler wartet. Auch im Online Casino erwachen die Legenden aus dem Antiken Griechenland zum Leben. Das 888 Casino bietet beispielsweise neben einem Blog voller Informationen zu einer Vielzahl von Spielen ebenso eine breite Palette an Spielautomaten verschiedenster Themen an. Die Slots Gods of Gold und Zeus Ancient Fortunes bedienen sich der griechischen Mythologie und lassen auf ihren drehenden Walzen die Legenden erneut aufleben. Doch nicht nur auf dem Bildschirm können Freunde der Mythologie in das Antike Griechenland reisen, denn sogar im echten Leben warten spannende Erlebnisse. Im Live Escape Room in Denzlingen haben Teilnehmer mit ihren Freunden beispielsweise die Aufgabe, sich innerhalb von 55 Minuten durch das Lösen von Rätseln aus dem Labyrinth des Minotaurus zu befreien. Damit lebt die alte Mythologie bis heute in unserer modernen Popkultur weiter.

Die Mythologien aus Griechenland sorgen bei den Menschen auch im 21. Jahrhundert für Faszination. Beim Besuch des Knossos Palasts auf Kreta wird die lange Geschichte der Insel förmlich spürbar. Die Sagen rund um den König Minos und den Minotaurus tauchen bis heute in unserer modernen Popkultur auf und werden weiterhin erzählt und bestaunt.

Speichere in deinen Favoriten diesen permalink.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  • Geschichte Kreta

    • Palastgelände von Knossos

      Die Geschichte von Kreta (Teil II) von der Altpalastzeit (1.900 v.Chr.) bis zur Blütezeit der Minoer in der Neupalastzeit (bis 1.500 v.Chr.). Hier zu Teil I: Geschichte Kretas bis zur Vorpalastzeit. Altpalastzeit (1.900-1.700 v.Chr.) Die Differenzierung des gesellschaftlichen Lebens, die in den letzten Jahrhunderten der Vorpalastzeit allmählich begonnen hatte, beschleunigte sich mit dem Erstarken einer zentralen Autorität. Aus Gründen, die sich schwer mit Sicherheit bestimmen lassen, wurde die politische Autorität zusammen mit der religiösen Autorität in die Hände eines Königs gelegt und das gesamte System wurde zu einer feudalen Theokratie. Neue soziale Schichten wurden geschaffen und unbefestigte Orte um die Paläste herum errichtet, was deutlich machte, dass die verschiedenen lokalen Führer in Frieden miteinander lebten. Große Gebäudekomplexe, welche die Vorläufer der großen Paläste der nachfolgenden Zeiten waren, wurden kurz vor 1.900 v.Chr. in günstigen, fruchtbaren Regionen errichtet und ihre Überreste wurden bei Festos, Knossos, Malia und Zakros entdeckt. Dazu kamen Paläste bei Archanes, südlich von Iraklion und wahrscheinlich auch bei Kyonia, heute Chania. Die Standorte dieser Paläste waren kein Zufall, denn Festos und Malia dominieren beide fruchtbare Ebenen, während Zakros über einen hervorragend gelegenen Hafen für den Handel mit dem Osten verfügte. Knossos, das eine strategische Position über einer anderen Ebene südlich und westlich von Iraklion einnimmt, war vielleicht ursprünglich ebenso ein religiöses Zentrum wie die Basis der weltlichen Macht. Diese Paläste verfügten über mehrere Stockwerke und wurden vorwiegend aus Stein und zusätzlich mit Holz, vermutlich als Schutz gegen Erdbeben, errichtet. Sie verfügen über Flügeltüren mit Fenstern, sowie Boden- und Wandschmuck. Die Gebäude wurden jeweils um einen zentralen Hof angelegt und große Magazine und Orte umgaben die unbefestigten Paläste. Dazu entstanden große ‚Villen‘ auf dem Land.   Die Paläste wurden zweimal durch Erdbeben zerstört: etwa 1820 v. Chr. und 1750 v. Chr. und mit Reparaturen und Erweiterungen wieder aufgebaut. Sie waren nicht nur Verwaltungs-, Religions- und Wirtschaftszentren für den eigenen Bedarf, sondern auch die Zentren für Handelsgeschäfte, Exportgeschäfte und die Organisation der Flotte, die eine ungehinderte Seefahrt sicherstellte. Die minoische Seeherrschaft sicherte den Handel mit Ägypten und dem Vorderen Orient und es gab Handelsniederlassungen auf Milos, Kythera und sogar in Kleinasien. Auf Kreta wurde zu dieser Zeit vielleicht etwas Kupfer gewonnen, es gab aber nie Zinn. Die nächstgelegene bedeutende Quelle an Zinn war weit entfernt und lag im heutigen Iran im Osten, in Mitteleuropa im Norden und in Italien, Spanien, der Bretagne und Großbritannien im Westen. Während einige Wissenschaftler annehmen, dass minoische Schiffe tatsächlich bis zum Atlantik segelten, scheint es wahrscheinlicher, dass die exotischen Waren über Zwischenstationen bezogen wurden. Trotzdem kontrollierte Kreta die Handelsrouten im Mittelmeer, importierte Zinn, Kupfer, Elfenbein, Gold, Silber und Edelsteine aller Art, exportierte Holz aus seinen reichen Zypressenwäldern, Olivenöl, Wein, Bronzewaren und seine feine Keramik, insbesondere nach Ägypten. Die Gräber-Architektur war geprägt von der fortgesetzten Verwendung von Tholos-Gräbern und es gab auch andere mit Vorräumen, in denen die Gaben niedergelegt wurden. Gleichzeitig gab es Bestattungen in ‚Iarnakes‘ (Sarkophagen), Grabkrügen und in Höhlen, aus denen Öffnungen an den Seiten von Hügeln herausgeschlagen wurden. Dieses Verfahren führte später zur Errichtung von Grabkammern. Die Gipfelheiligtümer waren einzigartige und wichtige Bauwerke aus dieser Zeit, die auf den Gipfeln der Berge in der Nähe wichtiger minoischer Zentren errichtet wurden. Die Bewohner aus den umliegenden Regionen kamen an bestimmten Tagen dorthin, um zu beten, zu feiern und Opfergaben an die Göttin der Natur oder an die Himmlischen und Potnia Theron, die Beschützerin der Pflanzen- und Tierwelt, zu spenden. Die Rolle der Religion wurde auf der ganzen Insel immer bedeutender und die Priester nahmen dadurch eine hohe Position in der Hierarchie der minoischen Gesellschaft ein. Die Kultstätten waren in den Palästen, Herrenhäusern, auf den Bergen und in den Höhlen. Mit der Einführung der fortschrittlichen Töpferscheibe gab es eine spektakuläre Entwicklung bei der Herstellung von Keramik. Die Vasen wurden eleganter mit dünnen Wänden in einer Vielzahl von Formen und mit inspirierenden Verzierungen, Entwürfen und Ornamenten in weißen und roten Farben auf einem dunklen, meist schwarzen Hintergrund. Der neue Stil wird Kamares genannt, gleichnamig zur Höhle von Kamares, wo er zuerst gefunden wurde. Ein anderer Stil der Zeit benutzte Reliefs und wiederholende Ausbuchtungen, die eine raue Oberfläche namens Barbotine bildeten. Ergänzt wurde dieses brillante Keramikwerk durch die großen Vorratsgefäße und die zeremoniellen Trankopfer-Vasen in den verschiedenen Formen von Stieren, Vögeln und Stierköpfen. Es wurde eine Vielzahl von Miniatur-Figuren aus den Weihopfergaben auf den Gipfelheiligtümer gefunden, hauptsächlich von Anbetern und Tieren. Die Figuren der Anbeter geben uns Aufschluss über die Kleidung der Zeit. Allerdings haben nicht viele Exemplare aus Metall- und Schmuckarbeiten ihre Epoche überstanden und so ist das Wissen darüber unvollständig. Es entstand eine Hieroglyphenschrift, welche auf Siegeln, dem Steinaltar von Malia, der Doppelaxt von Arkalochori, dem Diskus von Festos und anderen gefundenen Objekten nachgewiesen ist. Ein schweres Erdbeben um 1.700 v.Chr. brachte die Zeit der Alten Paläste endgültig zu ihrem Ende. Womöglich haben auch Überfälle aus dem frühen mykenischen Festland Griechenlands dazu beigetragen, welche die Gelegenheit nach den Naturkatastrophen genutzt haben könnten, um die Insel zu überfallen, während sie vorübergehend wehrlos war. Dies mag den Reichtum an Gold und anderen Schätzen – viel davon offensichtlich aus Kreta – erklären, welche in den späteren königlichen Schachtgräbern von Mykene gefunden wurden. Neuplastzeit (1.700-1.450 v.Chr.) Dieser Zeitraum ist in drei Phasen unterteilt. Der erste war der Wiederaufbau nach der Zerstörung von 1.700 v.Chr. mithilfe des Anstiegs der produktiven und kommerziellen Kraft. Die Konzentration aller Kräfte in dieser Zeit lag auf den Wiederaufbau des Landes und der Paläste und Siedlungen, was etwa ein Jahrhundert von 1.700 bis 1.600 v.Chr. dauerte. Trotz des Rückschlages erreichte die minoische Kultur nun ihr ‚goldenes Zeitalter‘ und Höhepunkt. Was wir heute an den großen Ausgrabungsstätten von Knossos, Festos, Malia und Zakros sehen können, stammt zumeist aus dieser Epoche.   Es gab keine grundlegenden Veränderungen in der rassischen Zusammensetzung der Bewohner und in den kulturellen Merkmalen. Die Minoer selbst fanden die Kraft, die ihre Zivilisation auf einer überlegenen Stufe zu erneuern, welche in der Folgezeit von 1.600 bis 1.500 v.Chr. ihren kreativen Höhepunkt erreichte. In den darauffolgenden letzten 50 Jahren verbreitete sich die

    • Palast von Malia

      Die Geschichte von Kreta (Teil III) vom Untergang der Paläste 1.500 v.Chr. bis 1.400 v.Chr. und die Nachpalastzeit (1.400 bis 1.100 v.Chr.).   Hier zu Teil II: Palastzeit. Der Untergang der Paläste Etwa um 1.600 v. Chr. traten auf Kreta wieder kleinere Erdbebenschäden auf, die jedoch schnell behoben wurden. Aber um 1.500 bis 1.450 v. Chr. kam es jedoch zu vernichtenden Zerstörungen. Mit Ausnahme von Knossos verbrannten alle Paläste und die Siedlungen auf der ganzen Insel wurden verwüstet. Der Grund dafür ist immer noch ein Rätsel und heftig umstritten. Bis vor kurzem herrschte noch die Theorie vor, dass die Explosion des Vulkans Thira auf Santorini um das Jahr 1.500 v.Chr. die Ursache war. Dessen Explosion muss etwa fünfmal so stark gewesen sein, wie beim Krakatau im Jahr 1883. Die Explosion lies riesige Wolken schwarzer Asche in den Himmel schleudern und verursachte gigantische Flutwellen. Die Siedlungen an den Küsten wurden sofort von den Flutwellen vernichtet, was aber noch nicht ihr Niederbrennen eindeutig erklärte. Man befahl sich mit der Annahme, dass dies durch herunterfallende Lampen geschah, die aufgrund der Dunkelheit durch die Aschewolken selbst am Tag brannten. Explosionen, Feuer, Panik und weitere Erdstöße taten ihr übriges. Durch den niedergehenden Ascheregen wurde der Osten und die Mitte Kretas von einer giftigen Ascheschicht überzogen, unter der die nächsten fünfzig Jahre nichts wachsen konnte. Jüngste Untersuchen von Vulkanologen konnten die Verteilung der Asche der Explosion bis nach Grönland, ins Schwarze Meer und nach Ägypten nachweisen. Die Tausenden Tonnen von Asche und Bimsstein, welche durch die Explosion in die Atmosphäre geschleudert wurden, müssen in weiten Teilen Europas und den angrenzenden Regionen einen ’nuklearen Winter‘ verursacht haben. Nur in Knossos fand eine ununterbrochene Besiedlung statt, wo Griechen aus Mykene die Herrschaft an sich gerissen hatten. Es gab neue Kunststile, mehr Waffen traten auf und es erschienen erstmals Aufzeichnungen in der Schriftart Linear B. Diese Modifikation des alten Linear A wurde benutzt, um in einem frühen griechischen Dialekt zu schreiben.   Um 1.370 v.Chr. wurde jedoch auch das Knossos der Achäer-Dynastie niedergebrannt, entweder durch Rebellen, einer neue Invasion aus Mykene oder als Folge weiterer Naturkatastrophen in geringerem Ausmaß. Doch diese Theorie hat einige Ungereimtheiten. Warum brannte auch Festos nieder, wenn es doch auf der Südseite der Insel hinter Bergmassiven sicher vor Wellen und Explosionen gewesen sein muß. Vor allem aber, warum sollte ein Vulkanausbruch, der bisher auf das Jahr 1.500 v.Chr. datiert wurde, erst fünfzig Jahre später so gewaltige Auswirkungen auf Kreta gehabt haben ? Die Konfusion über das Ende der Palastzeit auf Kreta wurde durch eine Entdeckung im Jahr 2005 erheblich verstärkt. Dänische Vulkanologen entdeckten auf Thiar einen Olivenbaumzweig, der in einer Felswand aus vulkanischen Schutt abgeschottet war. Der Baum muss noch lebendig gewesen sein, als er unter dem vulkanischen Schutt begraben wurde. Die Jahresringe des Zweiges waren noch vollständig und die eingesetzte Radiokohlenstoff-Untersuchung bestimmte das Datum des Ende des Baumes auf das Jahr 1.627 bis 1.600 v.Chr. In diesem Fall muss die Explosion des Vulkans hundert Jahre früher als bisher angekommen stattgefunden haben, was die gesamte bisherige Chronlogie der Ägäis durcheinander wirbelt. Historiker neigen dazu, die lange ägyptische Chronologie mit ihren vielen Königen und dem 365-Tage-Jahr als Grundlage für Zeitbestimmungen zu verwenden und bisher nahm man an, dass die minoische Zivilisation zur Zeit des Neuen ägyptischen Reiches (datiert auf ca. 1.550 bis 1.050 v.Chr) zusammenbrach. Wäre dies schon 1.600 v.Chr. geschehen, passt dies alles nicht mehr mit der ägyptischen Zeitrechnung überein. Deshalb behaupten einige Wissenschaftler, dass die minoische Kultur eher durch Menschenhand als durch Naturkatastrophen unterging. So soll es eine Invasion durch die Mykener gegeben haben, was hauptsächlich dadurch bewiesen wird, dass die Schrift Linear B in Knossos bereits vor 1.450 verwendet wurde. Aber wenn die Mykener als Eroberer gekommen waren, dann hätten sie nicht all Zuviel gewonnen, wenn sie die auf Kreta bereits blühende Gesellschaft zerstört und deren ehemalige Bevölkerungszentren anschließend für eine Generation oder noch länger unbewohnt gemacht hätten.   Dieses logische Problem wird versucht durch eine innere Revolte auf Kreta gegen die Herrschaft zu erklären, welche sich durch das Chaos und dem Nachlassen des Glaubens in die Macht der Priester aus dem Ausbruch des Thira ergeben haben könnte. Als Beweise dafür gelten Orte wie Mirtos Pirgos an der Südküste, wo eine beherrschende Villa niedergebrannt wurde, während die Siedlungen darum herum verschont geblieben waren. Für alle diejenigen Idealisten und Romantiker, welche die minoische Zivilisation als ein Hort des Friedens ansehen, kommen solche Gedankengänge natürlich nicht infrage. Wer der menschlichen Herrschaft gegenüber aber weniger Idealismus aufbringt und der griechischen Sage Glauben schenkt, dass der Tyrann Minos (und damit gleichgestellt die Minos-Dynastie der Minoer) nicht nur fremden Ländern gegenüber feindlich gesinnt war, sondern auch sein eigenes Volk unterdrückte, kann dieser Erklärung sicherlich mehr abgewinnen. Wie auch immer, noch ist alles Theorie und nur der Ausbruch des Vulkans auf Santorini ist gesichert und gilt als überzeugendste Erklärung für den Untergang der minoischen Zivilisation, wenn es auch nicht der einzige Grund gewesen sein mag. Nachpalastzeit (1.400 bis 1.100 v.Chr.) Von ihrem Stützpunkt bei Knossos aus breitete sich die Herrschaft der Mykener allmählich über ganz Kreta aus, als die Insel nach dem Vulkanausbruch wieder zunehmend bewohnbarer wurde. Zwischenzeitlich ging es mit der Herrschaft Kretas über das östliche Mittelmeer bergab, die Insel verlor die Verbindung zu ihren Kolonien und wurde zu einer Provinz des mykenischen Griechenlands. Dieses Zeitalter wird zwar als das ‚mykenische auf Kreta‘ bezeichnet, aber vermutlich konnte die bisherige Bevölkerung der Insel trotzdem ihre kulturelle Tradition bewahren, während die lokalen Brauchtümer ununterbrochen fortgesetzt wurden. Als wichtigste Quelle dazu gelten die Epen von Homer. In der Odysee wird berichtet, dass Kreta zu dieser Zeit über 100 Städte hatte und seine Bevölkerung aus sechs Völkern bestand: den Minoern, den Archäern, den Kydonen, den Pelasianern, den Eteokretern (den ‚ursprünglichen Kretern‘) und den Dorern. Zu Beginn des vierzehnten Jahrhunderts v.Chr. kontrollierten die Mykener einen Großteil Kretas und einige der früheren Ansiedlungen wurden wieder bewohnt, darunter Gournia, Agia Triadha, Tilissos und Palekastro. Kydonia, welches die nächstgelegene Hafenstadt zum mykenischen Kernland war, wurde zur Hauptstadt der Insel, welche immer noch einen beträchtlichen Überseehandel

    • Vögel aus dem Tempel des Zeus in Amnisos

      Die Geschichte von Kreta (Teil IV) vom Protogeometrisches Zeitalter über die archaische Periode und dem klassischen hellenistischen Zeitalter bis zur Herrschaft durch Rom (1.100 v.Chr. bis 330 n.Chr.). Hier zu Teil III: Untergang der Paläste. Protogeometrisches Zeitalter (1.100-900 v.Chr.) In dieser Zeit ereigneten sich in Griechenland selbst bedeutende Ereignisse, wie der allmähliche Niedergang der Mykener und der sogenannte ‚Abstieg der Dorer‘, einer griechischen Rasse, die aus den Bergen von Mazedonien und Epirus nach Griechenland herunterkamen. Die Dorer wussten, wie man Eisen verarbeitet und erreichten Kreta zusammen mit anderen Völkern aus der vorgriechischen Zeit sowie den Achäern. Sie wurden angeführt von Tektamos oder Teutamos, dem Sohn von Doros. Dieses Zeitalter wird auch als ‚Sub-minoisch‘ bezeichnet und bedeutet das Ende der brillantesten prähistorischen Zivilisationen, welche die Minoer einst waren. Kreta war im Niedergang begriffen und seine Bevölkerung schrumpfte durch militärische Operationen deutlich, aber es leistete immer noch einen starken Widerstand. Die eingesessene Bevölkerung wurde unterworfen. Jedoch viele der Bewohner, die nicht aufgeben wollten, flüchteten in die Berge Mittel- und Ostkretas, wo sie neue Siedlungen gründeten und die minoische Tradition fortsetzten. Siedlungen aus dieser Zeit wurden in Karfi auf der Lassithi-Hochebene, in Kavousi, in Vrokastro Merabellou und in der Gegend um Praisos gefunden, welches als das Land der Eteokreter bezeichnet wurde, also das Land der ‚wahren Kreter‘. Bis zum Ende des 12. Jahrhunderts v.Chr. war die Masse der Insel jedoch von den Dorern übernommen worden. Dies konnte durch eine regelrechte Invasion erfolgt sein, aber es sieht eher so aus, als ob dies ein langsam fortschreitender Prozess gewesen war, wobei eine Siedlung nach der anderen unter die Herrschaft der Dorer fiel. Viele minoische Elemente überlebten in der Kunst, zusammen mit den neuen, die mit den Eroberern auf die Insel kamen. Die Verwendung von Eisen und der Brauch der Einäscherung trat verbreitet auf. Waffen und Schmuck wurden nur vor allem aus Eisen hergestellt. Die Kleidung wurde nicht mehr genäht, sondern mit Eisenfibeln gesteckt. In der Keramikverarbeitung reduzierte sich jedoch die Vielfalt auf wenige Formen und Dekorationen. Die ‚Große Göttin‘ der Vegetation wurde weiterhin verehrt, aber im Laufe der Zeit wurden viele ihrer Eigenschaften auf die weiblichen Gottheiten des griechischen Pantheons (die Götter des antiken Heiligtums) verteilt. Vor allem herrschte nun eine männliche Gottheit, während die Vegetationsgöttin weiterhin in örtlichen Kulten als Diktynna oder Britomartis verehrt wurde. Geometrisch-orientalisierende archaische Periode (900-500 v. Chr.) Diese ganze Zeitspanne kann als eine herausragende Periode der kretischen Zivilisation bezeichnet werden. Die Bevölkerung wuchs, es entstanden neue Städte wie Driros, Lato beim heutigen Agios Nikolaos, Rizenia, Axos und andere, während die altbekannten Städte weiterhin bestanden. Mit der Zusammenbruch der Monarchie wurde als staatliche Organisation das Modell des griechischen Festlandes übernommen und es entstanden ‚Stadtstaaten‘, ähnlich dem alten Sparta.   Die dorischen Eroberer teilten die unterworfen einheimische Bevölkerung in drei Klassen ein: Zum einen, die ‚Periooikoi‘, welche in der Nähe der Städte lebten, aber keine politischen Rechte hatten. Dann die ‚Minoiten‘, die kein eigenes Land besaßen und als Sklaven bei öffentlichen Arbeiten und auf den Feldern eingesetzt wurden. Schließlich noch die ‚Klariote‘, welche persönliche Sklaven waren. Die Dorer waren die herrschende Klasse, neben den ‚Freien‘ waren die bedeutenden die Ritter. Aus diesen wurden die sogenannten ‚Kosmoi‘ ausgewählt, die Führer in Zeiten von Frieden und Krieg. Der Senat hatte eine rein beratende Eigenschaft und die Agora war nur eine formale Institution. Aber selbst für die Herrschenden war es ein hartes, kriegerisches Leben, ähnlich wie bei den klassischen Spartanern.   Neben Landwirtschaft und Viehzucht wurde noch Handel mit Ägypten und dem Vorderen Orient betrieben, was deutlich durch den orientalischen Einfluss bei der Metallverarbeitung, wie bei den Kouretenschilden aus der Idäischen Grotte und auch bei der Keramik zu sehen ist. Kreta entwickelte auch ein hohes Ansehen in der Rechtssprechung und so soll Solon hier seine Anregungen für seine eigene Gesetzgebung erhalten haben. Der bedeutendste erhaltene Gesetzestext sind die Gesetzestafeln aus Gortis. Diese Exemplare stammen zwar etwa aus dem Jahr 450 v.Chr., aber die dort aufgeführten Gesetze waren im Großen und Ganzen schon für Jahrhunderte in Kraft.   Die Kunst der geometrischen Periode ist durch Strenge und Selbstbeherrschung in Form und Dekoration gekennzeichnet. Jedoch am Ende dieses Zeitabschnitts entstand unter starken Einflüssen, sowohl auf der Insel wie vom Osten her, die Dädalische oder Archaische Kunst des 7. Jahrhunderts vor Christus. Ab 650 v.Chr. entstehen unter ägyptischem Einfluss eindeutige Kompositionselemente, welche auch kleinere Plastiken und Reliefs größer erscheinen lassen, zum Beispiel der Reiterfries aus Prinias. Die auf Kreta sich entwickelnden Stilrichtungen übertragen sich sogar auf das griechische Festland. Fabelhafte Sammlungen von Keramik wurden auf den Friedhöfen von Knossos und Arkades auf den Ebenen von Afrati gefunden. Östliche Einflüsse sind in der Metallbearbeitung und Miniaturen zu beobachten, mit wunderschönen Beispielen für Bronzearbeiten aus der Zeus-Höhle und dem Symi-Heilgtumn in Viannos. Es gibt auch Gold- und Silberschmuck aus den Gräbern von Knossos und Rizenia (Prinias). Sarkophage und Fayence-Figuren deuten auf die engen Beziehungen zu Ägypten und es gibt brillante Beispiele für die Tempelarchitektur in Prinias (altes Rizenia), Lato, Driros und Gortis vom dem Ende des 7. Jahrhunderts v.Chr. Gleichzeitig tauchen die ersten, frühen Statuen der altgriechischen Kunst auf.   Es ist nicht übertrieben, die Kunst dieser Epochen als letzten Höhepunkt der unabhängigen kretischen Kunst zu bezeichnen, die ab dem 6. Jahrhundert v. Chr. zu verfallen begann. Deren Hauptursachen waren die absolute Herrschaft des dorischen Kriegertums, das Verkümmern des Handels, die Kriege zwischen den kretischen Stadtstaaten, der gleichzeitige Aufstieg der ionischen Städte in Kleinasien und die Flucht der kretischen Künstler und Intellektuellen vor der despotischen Herrschaft auf der Insel. Klassisches und Hellenistisches Zeitalter (500-67 v.Chr.) Dem florierenden, vorausgegangenen Zeitalter folgten nun Stagnation und Rückgang. Kreta verpasste die herausragenden Entwicklungen des klassischen Griechenlands und war auch nicht an den gewaltigen politischen und militärischen Ereignissen, wie den Persischen Kriegen, den Peloponnesischen Kriegen und des Feldzugs von Alexander dem Großen in Asien beteiligt.   Stattdessen gingen die kleinen Bürgerkriege zwischen den kretischen Städten weiter, bis die jeweils schwächere Stadt von der stärkeren unterworfen wurde. Deshalb sind die Städte auf Kreta in dieser Zeit durch ihre kräftigen Verteidigungsanlagen charakterisiert, wobei Gortis zu den

    • Iraklion

      Die Geschichte von Kreta (Teil V) unter byzantinischer, arabischer und venezianischer Herrschaft (330-1669 n.Chr.) Hier zu Teil IV: Kreta in der Antike. Erste byzantinische Herrschaft (330-824 n.Chr.) Mit der Teilung des Römischen Reiches am Ende des vierten Jahrhunderts wurde Kreta ein Teil des Oströmischen Reiches. Die Insel entwickelte sich dabei weiter und Kirchen wurden überall errichtet. Die byzantinische Herrschaft führte aber wie überall zu einer erstickend festgefahrenen Gesellschaft, welche bis zum äußersten Extrem hierachisch und bürokratisch war. Die zentrale geografische Lage Kretas spielte eine wichtige Rolle für das Byzantinische Reiches, da der Handel im Mittelmeerraum auf der Seeroute von Byzanz über Kreta nach Ägypten bis nach Afrika hinein abgewickelt wurde. Kreta war zu dieser Zeit eine unabhängige Provinz, die von einem byzantinischen General geleitet wurde. Zu Beginn dieses Zeitabschnitts verbreitete sich das Christentum über die ganze Insel und es wurden viele, große Kirchen errichtet. Am Anfang war der Bischof von Kreta dem Papst in Rom geistlich unterstellt, aber ab dem 8. Jahrhundert war er dem Patriarchat von Konstantinopel unterworfen. Von den frühen Kirchen sind nur noch Spuren erhalten und hiervon hauptsächlich die Mosaikfluren. Nur in Gortis gibt es mehr Überreste, wie die Basilika von Agios Titus.   Araber aus Nordafrika kamen im 7. Jahrhundert im Mittelmeerraum zum Wirken und schränkten die Rolle Kretas mit ihren ständigen Piratenangriffen ein. Ein solcher Überfall in den Jahren 672-673 n. Chr. hatte zerstörerische Folgen für die großen Städte Kretas. Die Eroberung durch die Araber (824-961 n.Chr.) Die sarazenischen Araber, die Piraten des westlichen Mittelmeers, welches aus Spanien und dann Alexandria vertrieben worden waren, beschlossen, die Insel nach einer vorübergehenden Invasion durch Abu Ka’ab im Jahr 823 dauerhaft in Besitz zu nehmen. Im Jahr 824 landeten sie an der Nordküste Kretas in der Provinz Viannou. Die Eroberung Kretas ging einher mit Plünderungen, Gewalttaten, der Zerstörung der Städte und christlichen Kirchen und dem Bestreben, die Bewohner zum Islam zu bekehren. Dabei wurde auch die Provinzhauptstadt Gortis nach einer Belagerung dem Erdboden gleichgemacht. Die Araber konnten jedoch das religiöse und ethnische Bewusstsein der Bewohner nicht verändern. So versank die Insel in eine lange Dunkelheit der Sklaverei und viele Menschen flohen oder zogen sich in die Berge zurück.   Die Eroberer verstärkten die Festungen auf Megalo Kastro, um die herum sie einen großen Graben (‚Khandak‘) gruben. Während der Jahre der arabischen Herrschaft hatte Khandak – das heutige Iraklion – den Ruf, der größte Sklavenmarkt im Osten zu sein. Dort wurde ein ungeahnter Reichtum durch Piratenangriffe, Überfälle auf das griechische Festland und andere Inseln sowie dem Sklavenhandel angehäuft. Der Verlust Kretas war ein schwerer Schlag für das Byzantinische Reich und die Rückeroberung der Insel war nun das Hauptbestreben. Nach erfolglosen Versuchen in den Jahren 825, 826, 828 und 902 n. Chr., gelang es Nikiforas Fokas, dem zukünftigen byzantinischen Kaiser, im Jahr 960 n. Chr. mit einer großen Armee und Flotte erst an der Halbinsel Spinalonga und dann der Küste von Almyros nahe Iraklion anzulanden. Bis 961 v. Chr. eroberte er Kreta zurück, nachdem er Khandak in einer blutigen Belagerung, bei der er die Köpfe seiner Gefangenen mit Katapulten über die Stadtmauern schleudern ließ, erobert hatte. Zweite byzantinische Herrschaft (961-1.204 n.Chr.) Nach der Rückeroberung der verwüsteten Insel versuchten die Byzantiner in jeder erdenklichen Weise, die Wunden zu heilen und alle Spuren der arabischen Besetzung Kretas zu beseitigen. Sie brachten neue Kolonisten aus anderen Gebieten herein und auch viele der Soldaten von Nikiforas Fokas ließen sich auf der Insel nieder, um die christliche Bevölkerung zu verstärken. Die Kirchen wurden sehr aktiv, gründeten Klöster, bauten neue Kirchen und predigten sehr umfangreich, um das Bildungsniveau und christliche Bewusstsein der Menschen zu verbessern. Es folgte eine Phase des Friedens, in der das öffentliche und private Leben nach und nach dem byzantinischen Vorbild angepasst wurde. 1082 n. Chr. entsandte Kaiser Alexis I. Comnenus neue, dauerhafte Kolonisten unter der Leitung seines Sohnes Issac mit 12 Archontopouloi (Aristokraten) aus den großen byzantinischen Familien der Phokas, Gavalas, Vlastos und anderer, die die Grundlage für einen neuen byzantinisch-kretischen Adel schufen. Diese neuen kretischen Adelsfamilien spielten dann immer eine führende Rolle bei allen wichtigen Ereignissen, Rebellionen und Freiheitskämpfen des kretischen Volkes in den nachfolgenden Zeitaltern. Es ist schon sehr ironisch erwähnen zu müssen, daß das Ende der byzantinischen Herrschaft über Kreta nicht durch die Araber erfolgte, sondern durch die christlichen Kreuzritter. Während des Vierten Kreuzzuges gelang es den Venezianern, diesen nach Konstantinopel umzuleiten und die Stadt wurde geplündert und niedergebrannt. Dem Anführer der Kreuzritter, Prinz Boniface of Montferrat, wurde Kreta überlassen. Venezianische Herrschaft (1.204-1.669 n.Chr.) Nachdem die Kreuzritter 1204 Konstantinopel erobert hatten, wurde Kreta an Boniface Montferrat übergeben, der es an die Venezianer verkaufte. Für kurze Zeit konkurrierte Genua mit Venedig und unter E. Pescatore und mit lokalen Unterstützern gelang es den Genuesen, einen Teil Kretas zu besetzen und vierzehn Festungen an strategischen Orten zu errichten. Nach einem langen Kampf, der bis 1212 dauerte, wurden die Venezianer schließlich die einzigen Herrscher der Insel und es begann eine lange und bedrückende Periode der Unterdrückung auf Kreta, die bis 1669 andauern sollte. Um die neue Erwerbung zu sichern, siedelten die Venezianer viele Adelsfamilien und 10.000 Kolonisten aus der Stadt Venedig selbst auf der Insel an. Die oberste politische Autorität lag in den Händen des Herzogs mit seinen beiden Beratern, während der Befehlshaber der Garnison der Militärverwalter in Khandak war. Die Venezianer führten ein umfassendes Feudalsystem nach westlichem Vorbild ein, das die kretische Gesellschaft radikal veränderte und die Bewohner in vier Klassen einteilte. Die oberste Klasse waren die venezianischen Adligen und ihre Nachkommen, gefolgt von den kretischen Adligen, der Bourgeoisie und den einfachen Landbewohnern in den Dörfern. Die große Unterdrückung, die hohen Steuern, die Überheblichkeit, die Zwangsarbeit und der Mangel an politischer und religiöser Freiheit führten zu ständigen Rebellionen mit sozialem oder ethnischem Ursprung. Erwähnt werden 27 Revolten von unterschiedlicher Intensität, die einen Zeitraum von etwa zwei Jahrhunderten stattfanden. Die Führer der großen Rebellionen waren die Oberhäupter der Adelsfamilien byzantinischer Herkunft. Allerdings versuchten auch die Genuesen in dieser Zeit immer wieder mit ihrer Unterstützung auf der Insel Fuß zu fassen. Die Römische

    • Rethymno

      Die Geschichte von Kreta (Teil VI) unter der türkischen Herrschaft (1669-1898 n.Chr.) Das türkische Kreta, die Unabhängigkeitskriege und die Vereinigung mit Griechenland. Hier zu Teil V: Byzantinische und venezianische Herrschaft. Das türkische Kreta (1669-1898) Es ist eigentlich umstritten, ob die türkische Besatzung von Kreta jemals so hart oder belastend wie die venezianische Herrschaft war, aber der Ruf der Türken ist seitdem weitaus schlechter. Zum Teil mag das einfach daran liegen, dass die Erinnerungen daran nicht so lange zurückliegen, aber die türkische Herrschaft war auch komplizierter durch die unterschiedlichen Religionen und sie hatte auch Bestand bis in die Zeit des wiederauflebenden griechischen Nationalismus und der Einflussnahme der europäischen Großmächte. Obwohl die Türken bei ihrer Invasion der von den Venezianern beherrschten Insel von der einheimischen Bevölkerung mehrheitlich willkommen geheißen wurden, hielt dieser Zustand nicht lange an. Der fünfundzwanzigjährige Krieg um die Insel verwüstete das Land und die Bevölkerung schrumpfte von etwa 287.000 auf 133.820 Einwohner. Nun wurde Kreta wieder einmal aufgeteilt, diesmal zwischen mächtigen Paschas, welche die Insel lediglich als auszubeutende Ressource ansahen. Das Osmanische Reich legte weniger harte Regeln auf als die Venezianer, verlangte aber unter dem Strich nicht weniger. Anstatt zu versuchen, die Kontrolle über den Handel selbst zu übernehmen, zwangen die Türken einfach nur lähmende Steuern auf. Es gab weniger Einwanderer als zur Zeit der Venezianer und die Türken zeigten weit weniger Interesse an ihren Eroberungen, solange die Steuermünzen weiterhin eintrafen. Gleichzeitig wurde davon nur wenig in die Insel wieder reinvestiert. So gab es außerhalb der Städte kaum noch richtige Gebäude und die Straßen und selbst die Verteidigungsanlagen zerfielen allmählich. Die lokale Verwaltung wurde den örtlichen Grundherren und mithilfe der von ihnen befehligten Janitscharen-Söldnern überlassen. Somit entstand auf lokaler Ebene eine weitere Schicht von Ausbeutern, da auch diese Männer sich ihren Anteil nahmen. Die hohen Steuern und Zölle führten zur Vernachlässigung und Stagnation der gesamten Wirtschaft auf der Insel. Eine Möglichkeit, dem Härtesten zu entkommen, war es, Muslim zu werden und nach und nach, konvertierte die Mehrheit der christlichen Bevölkerung zum Islam – zumindest nominell. Diese Bekehrung brachte erhebliche materielle Vorteile bei der Besteuerung und das Recht auf Eigentum. Auch half es, die schlimmsten Repressionen zu vermeiden, welche unweigerlich auf jede christliche Rebellion folgten. Diese griechischen Muslime waren nicht besonders religiös, denn selbst unter den Türken auf der Insel scheint das islamische Recht lose ausgelegt worden zu sein. So fuhren viele fort, im Geheimen weiterhin als Christen zu leben, aber die Massenapostasie führte dazu, die Insel weiter zu spalten. Für diejenigen, die offen Christen blieben, wurde die Last immer schwerer, da es weniger gab, welche diese tragen konnten. Viele gingen in die Berge, wo der türkische Arm sie kaum noch erreichen konnte. Als die Besatzung weiterging, konzentrierten Türken ihre Macht auf die Städte und die fruchtbaren Ebenen um sie herum, während die Berge zu Hochburgen der christlichen Pallikdres wurden. Die erste große Rebellion kam 1770 und unvermeidlich war ihr Zentrum die Gebirgsregion Sfakia. Unter Daskalojannis gerieten die Kreter in die Interessen der Großmächte und probten den Aufstand und wurden fallengelassen, als die versprochene Hilfe aus Russland niemals kam. Daskalojannis wurde deshalb mit falschen Versprechungen nach Iraklion gelockt und von den Türken bei lebendigem Leib gehäutet. Nach dem Scheitern des Aufstandes wurde Sfakia für eine Zeit unter türkische Kontrolle gebracht, aber der Bann war gebrochen und im neunzehnten Jahrhundert gab es praktische einen ständigen Kampf um die Unabhängigkeit. Unabhängigkeitskriege Zu Beginn des Neunzehnten Jahrhunderts geriet das Osmanische Reich unter starkem Druck auf dem griechischen Festland. 1821 brach dann eine umfassende Revolution aus, welche zum Griechischen Unabhängigkeitskrieg wurde. Ein Teil der türkischen Reaktion auf diese Ereignisse bestand darin, den ägyptischen Pascha Mehmet Ali um Hilfe zu bitten. Dessen Preis war die Kontrolle über Kreta. Bis 1824 hatte er in einem selbst für kretische Verhältnisse auf beiden Seiten brutalen Feldzug den Widerstand der Insel gebrochen. Als 1832 endlich ein unabhängiger griechischer Staat mit der Unterstützung von Großbritannien, Frankreich und Russland gegründet werden konnte, verblieb Kreta weiterhin in den Händen der Ägypter. Innerhalb von zehn Jahren wurde es aber wieder türkischer Kontrolle übergeben. Von nun an war der Guerillakrieg zur Vereinigung mit Griechenland, genannt Cinosis, fast ein Dauerzustand, welcher sich hin und wieder in neue Revolutionen ausweitete. Zumeist waren es aber ununterbrochene Überfälle und Anschläge. Die Kreter genossen dabei eine breite Unterstützung, nicht nur auf dem griechischen Festland, sondern in ganz Westeuropa, insbesondere unter den im Ausland lebenden griechischen Gemeinschaften. Es gab einen großen Aufstand im Jahre 1841, der blutig niedergeschlagen wurde und 1858 einen weiteren, der relativ friedlich mit der Abberufung des türkischen Gouverneurs und einigen kleineren Zugeständnissen an die christliche Bevölkerung endete. So erließen die Türken 1856 ein Gesetz zur Gleichstellung von Muslimen und Christen und es wurden paritätisch besetzte Gerichtshöfe in Candia (Iraklion) und Chania eingerichtet. Trotzdem blieben die Steuerlasten nun für alle Bewohner hoch. 1866 erklärte eine kretische Versammlung im Sfakia-Gebirge die Unabhängigkeit und die Vereinigung mit Griechenland. Der nachfolgende ‚Große kretische Aufstand‘ wurde auch von griechischen Freiwilligen von außerhalb der Insel unterstützt. So wurden die Ägypter zurückgerufen, um eine weitere Welle von Aufständen niederzuschlagen. Wieder erwiesen sich die ägyptischen Truppen als rücksichtslos effektiv, aber der Feldzug endete mit der trotzigen Explosion und Selbsttötung der Verteidiger in Moni Arkadi. Dieses Ereignis weckte in ganz Europa die Sympathien für die Kreter. Die Großmächte und hier allen voran Großbritannien, weigerten sich immer noch, in die Angelegenheit verwickelt zu werden, aber private Waffenlieferungen und die Anzahl der Freiwilligen an die Aufständischen verdoppelte sich. Von nun an schien eine Lösung des Problems unausweichlich, aber selbst der Berliner Kongress von 1878 beließ Kreta unter türkischer Herrschaft und verlangte nur weitere Reformen von der Regierung in Istanbul. Dazu gehörten die Mitsprache der Kreter bei der Verwaltung und Zulassung der griechischen Sprache vor Gericht. In den Jahren 1889 und 1896 kam es zu weiteren gewalttätigen Auseinandersetzungen und 1897 landeten sogar griechische Truppen an, um die Insel anzugliedern. Schließlich wurden die Großmächte zum Handeln gezwungen, als 1898 der britische Konsul bei einer Schießerei getötet wurde. Sie besetzten Kreta mit einer internationalen Truppe – darunter auch Österreicher

    • Palast von Knossos

      König Minos von Kreta und der Minotaurus. Quelle: Pxfuel Die griechischen Mythen, Legenden und Sagen sind ein wichtiger Teil der griechischen Vergangenheit und Kultur und versetzen die Menschen bis heute ins Staunen. Eine besonders spannende und häufig erzählte Geschichte, die sich in der klassischen Periode des Antiken Griechenlands auf Kreta zugetragen haben soll, ist die des Königs Minos und des Minotaurus. Wer hat heute schließlich noch nicht vom Mythenwesen mit menschlichem Körper und Stierkopf gehört? Wer sich für die sagenhafte Geschichte des ehemaligen König Minos, des Minotaurus und des Labyrinths interessiert und den Schauplatz aus nächster Nähe erleben möchte, kann zu den Ausgrabungsstätten des minoischen Palasts Knossos auf Kreta reisen. Auch in der modernen Popkultur lebt der Mythos des Stierwesens auf, sodass diverse Spiele und Filme die Geschichte ins 21. Jahrhundert holen. Die sagenhafte Geschichte von König Minos Der Mythos des Minotaurus auf Kreta ist eine aufregende Geschichte von Macht, Hinterhalt, Liebe und Gewalt. Sie beginnt mit Minos, dem Sohn von Zeus und Europa, der auf Kreta beheimatet war. Er soll beim Meeresgott Poseidon Hilfe gesucht haben, um mit dessen Unterstützung König von Kreta zu werden. Im Gegenzug würde er für Poseidon das Tier, das er aus dem Meer entsandte, opfern. Gesagt, getan, Minos wurde König von Kreta. Der Stier, der aus dem Meer trat und den er hätte opfern sollen, gefiel ihm jedoch so gut, dass er ihn am Leben ließ und dem Meeresgott stattdessen ein anderes Tier opferte. Poseidon war erbost und ließ Minos Frau, Pasiphaë, daher von einem Stier befruchten, woraufhin sie den Minotaurus gebar, ein Mensch mit Stierkopf. Um das Mischwesen wegzusperren, ließ König Minos von Kreta ein Labyrinth vom Architekten Daidalos errichten, das des Stiers Gefängnis werden sollte. Theseus, Sohn des Königs von Athen, soll sich schließlich in das Labyrinth gewagt und den Minotaurus bekämpft und getötet haben. Ariadne, Tochter von König Minos, verliebte sich in Theseus und soll ihm mit dem sogenannten Ariadnefaden aus dem Labyrinth geholfen haben, nachdem er das Mischwesen besiegt hatte. Eine faszinierende Legende, die sich auf der Insel Kreta abgespielt haben soll. Sie ist Teil der langen Geschichte der Insel, die besonders durch die Entdeckung der minoischen Zivilisation geprägt wird. Von dem in der Sage benannten mythischen König Minos stammt der Name der minoischen Zeit in Kreta. Sie prägte die Geschichte der Insel, des Landes und des gesamten Kontinents maßgeblich, denn bei der Zivilisation dieser Zeit auf Kreta soll es sich um die erste Hochkultur ganz Europas gehandelt haben. Als Ausgangspunkt für das klassische Griechenland soll hier die erste westliche Kultur begonnen haben. Durch die günstige Lage der Insel im östlichen Mittelmeer war sie ein hervorragender Schnittpunkt der östlichen und südlichen Kulturen, die hier auf die westlichen und nördlichen trafen. Über ein Jahrhundert wurde die Geschichte der Insel und der ersten echten Zivilisation auf europäischen Boden durch Ausgrabungen und Entdeckungen aufbereitet. Zentrum der Legenden waren unter anderem der minoische Palast Knossos, dessen Ausgrabungsstätte heute noch besucht werden kann. Er soll Wohnort des König Minos und architektonisches Vorbild für das sagenumwobene Labyrinth des Minotaurus gewesen sein. Ausgrabungsstätte Knossos: Der größte minoische Palast auf Kreta Der mit Abstand größte bisher gefundene minoische Palast befindet sich in Knossos und wurde erst zum Ende des 19. Jahrhunderts entdeckt. Der Palast des mythischen Königs Minos beeindruckt mit einer äußerst komplexen Architektur, die man sich heute kaum vorstellen kann, dass sie bereits damals errichtet wurde. Entdeckungen zufolge soll das Gebiet bereits in der Jungsteinzeit, um 6.000 v. Chr. besiedelt gewesen sein. Mit einem umwerfenden Palastkomplex schufen die Menschen bereits 2.000 v. Chr. architektonische Wunderwerke. Auf einer Fläche von über 20.000 Quadratmetern stand der aus mehreren Flügeln und Gebäudekomplexen bestehende Palast, der über die Zeit mehrfach erweitert, bzw. wiederaufgebaut und verändert wurde. Mit bis zu fünf Stockwerken, detailreichen Fassaden, majestätischen Eingangstoren und einem rundum prachtvollen Aussehen soll der Palast Knossos der Legende nach der Wohnort des Königs Minos und sogar Vorbild für das Labyrinth gewesen sein, in dessen Zentrum der Minotaurus gefangen war. Heute lässt sich die Ausgrabungsstätte etwa fünf Kilometer von Iraklion entfernt auf Kreta besuchen. Bis 1903 wurde die Hauptstruktur des Palasts ausgegraben. Es folgten zahlreiche Restaurierungen und Wiederaufbauten des ehemaligen Gebäudes durch den britischen Archäologen Sir Arthur Evans, der mit seinen Arbeiten die ehemalige Struktur zum einen bewahren und zum anderen die unglaubliche Komplexität sowie den Detailreichtum des Gebäudes zeigen wollte. Zwar werden seine Arbeiten und Funde durch Forscher heute häufig kritisiert und belächelt, doch das eindrucksvolle Gelände von Knossos, dessen architektonische Form durch Evans vor Augen geführt wird, beeindruckt bis heute. Dass die Menschheit bereits 2.000 v. Chr. solch komplexe, mehrstöckige Bauten errichten konnten, wird hier erlebbar. „Assassin’s Creed Odyssey World Premiere“ (CC BY 2.0) by BagoGames Der sagenumwobene Minotaurus in der modernen Popkultur Bei der Besichtigung von Knossos begeben sich Besucher förmlich auf eine Zeitreise in das Antike Griechenland, das auch im 21. Jahrhundert noch beeindruckt. Die Mythen und Geschichten der damaligen Zeit, besonders die rund um den Minotaurus, haben sich bis heute auf unsere Kultur ausgewirkt. Über die Jahre erschienen daher das Mischwesen sowie das Labyrinth vermehrt in Kunst und Literatur, wie etwa auf diversen Gemälden des spanischen Surrealismus-Künstlers Pablo Picasso und im Bestseller-Roman Das Haus – House of Leaves des amerikanischen Schriftstellers Mark Z. Danielewski aus dem Jahr 2000. Auch Filme beschäftigten sich bereits mit der griechischen Mythologie, so dreht sich der Film Krieg der Götter aus dem Jahr 2011 um die Sage des Minotaurus und auch im Film Zorn der Titanen hat der Stiermensch einen Auftritt. In der Welt der Videospiele erwacht die Mythologie aus dem Antiken Griechenland ebenfalls erneut zum Leben. Das Action-Adventure-Rollenspiel Assassin’s Creed Odyssey von Ubisoft aus 2018 versetzt Spieler in das Jahr 431 v. Chr. nach Griechenland. Als Abstamme des spartanischen Königs Leonidas I begegnet der Spieler in der Rolle des Alexios oder der Kassandra in einer Episode sogar dem Minotaurus persönlich. Es geht durch das Labyrinth, in dessen Mitte der wütende Stiermensch auf den Spieler wartet. Auch im Online Casino erwachen die Legenden aus dem Antiken Griechenland zum Leben. Das 888 Casino bietet beispielsweise neben einem Blog voller Informationen zu einer Vielzahl

    • Knossos

      Die Geschichte von Kreta (Teil I) von der Altsteinzeit, über die Jungsteinzeit (6.100-2.700 v. Chr.) zur Vorpalastzeit in der Bronzezeit. Die Entdeckung der minoischen Zivilisation auf Kreta hat dazu geführt, jeden anderen Aspekt der langen Geschichte dieser Insel zu vernachlässigen. Tatsächlich ist es für jedes andere Zeitalter der Geschichte schwer, mit der ersten wirklichen Zivilisation auf europäischem Boden zu konkurrieren. Der Zivilisation-Sprung durch die Minoer war aber kein Zufall, denn Kreta liegt so zentral im östlichen Mittelmeer, dass die bereits entwickelten Kulturen des Ostens und Südens auf die Einflüsse aus dem Westen und Norden treffen konnten. Daher entstand hier die erste ‚westliche Kultur‘, die der Ausgangspunkt für das klassische Griechenland und das Römische Weltreich wurde. Deshalb spielte die Insel aufgrund ihrer strategisch günstigen Lage im Mittelmeer in der Geschichte öfters eine bedeutendere Rolle, als sich das ihre Einwohner gewünscht haben dürften. Griechische Schriftsteller der klassischen Antike überlieferten die ersten Informationen über Kreta. So erwähnt Homer, dass Minos, Sohn von Zeus und Europa, sich mit seinem Vater beraten hat, der ihn das Gesetz lehrte und sein Königreich alle neun Jahre erneuerte. Minos war gerecht und weise und zusammen mit seinem Bruder Radamanthys verbannte er Seelen in die Unterwelt. Hier wird die Insel zum ersten Mal als Kreta erwähnt. Die griechische Sage spricht von der großen Seemacht eines mächtigen Königs in Knossos. Thucydides erwähnt auch, dass eine Thalassokratie das Meer von karischen Piraten gesäubert hat. Eine Sage aus Athen berichtet von Theseus und dem Minotaurus und Diodorus schreibt über Minos, wie er Daidalus nach Sizilien verjagt hat, um ihn zu bestrafen. Die griechischen und ausländischen archäologischen Schulen haben nach Ausgrabungen, die praktisch ein ganzes Jahrhundert dauerten, die Entwicklung des Lebens und der verschiedenen Phasen der minoischen Zivilisation auf Kreta offengelegt. Diese Zivilisation existierte nicht weit von dem Gebiet, in dem die ägyptische Zivilisation entstanden ist, neben den bereits seit langem florierenden Zivilisationen des Mittleren Ostens. Es war die erste bedeutende Zivilisation auf dem europäischen Kontinent, welche sich dort zusammen mit ihrer Kultur und Kunst entwickelte. Die Chronologie von der Vorgeschichte bis zur Geschichte Kretas ist in Abschnitten unterteilt, die sich nach den in dieser Periode verwendeten Materialien zur Herstellung von Waffen, Werkzeugen und verschiedenen anderen Gegenständen richtet. Der Schritt von der Steinzeit zur Bronzezeit war der bedeutendste und der wichtigste Fortschritt in seiner Geschichte. Evans als Begründer der minoischen Archäologie, bezeichnete das Ergebnis als die ‚minoische Zivilisation‘. Mit einem Chronologie-System, das auf der Entwicklung der Keramikstile basiert, teilte er dieses Zeitalter in drei große Perioden ein: das frühminoische (EM), das mittelminoische (MM) und das spätminoische (LM), die jeweils nochmals in drei Phasen unterteilt waren (I, II, III). Professor N. Platon, ein weiterer bedeutender Forscher, schlug ein anderes System der Chronologie vor, welches auf den wichtigsten Ereignissen basiert und nach der Steinzeit von dem Umstand abhängig war, ob es Paläste gab oder nicht. Er nannte dies die Vorpalastzeit, die Zeit der alten Paläste, die Neupalastzeit und die Nachpalastzeit und teilte diese jeweils in drei Phasen ein. Dieses neuere System der Chronologie ist in der Wissenschaft heute üblich und wird hier verwendet. Altsteinzeit Bis vor einiger Zeit fielen die ersten klareren Spuren einer menschlichen Präsenz auf der Insel, die durch archäologische Forschungen bestätigt werden konnten, in die Vorkeramikzeit während des Übergangs zum Neolithikum. Aber wissenschaftliche Forschungen in den 1960er Jahren haben Spuren menschlicher Aktivitäten auf der Insel entdeckt, die auf das Paläolithikum, 8.000 v. Chr. oder noch früher, zurückgehen können.   Die ersten Bewohner Kretas, Höhlenbewohner aus dem Neolithikum, erreichten die Insel offenbar vor 7.000 v.Chr. Sie kamen höchstwahrscheinlich aus Kleinasien oder weniger wahrscheinlich aus Syrien, Palästina oder Nordafrika und brachten die Grundlagen der steinzeitlichen Kultur mit – Werkzeuge aus Holz, Stein und Knochen, Rohkeramik und einfaches Tuch. In dieser Periode wurden einige Höhlen auf Kreta zeitweise bewohnt, wobei die Toten im hinteren Bereich beigesetzt wurden. Die Entwicklung in den nächsten dreitausend Jahren verlief fast unmerklich langsam, aber allmählich, ob durch neue Einwanderungen und deren Einflüsse oder durch Dynamiken auf der Insel selbst, wurden Fortschritte erzielt. Jungsteinzeit (6.100-2.700 v. Chr.) Die wichtigsten Informationen aus dieser Periode stammen aus der Siedlung von Knossos, einer der wichtigsten Siedlungen im östlichen Mittelmeerraum und in Europa, die unter und um den minoischen Palast freigelegt wurde. Von Anfang an versuchten die neolithischen Bewohner dauerhafte Siedlung mit einem organisierten gesellschaftlichen Leben in Häusern aus Ziegeln, Zweigen und Lehmmörtel anzulegen. Gleichzeitig verwendeten sie aber auch noch Höhlen.   Sie betrieben Landwirtschaft, Viehzucht und Fischerei, wobei die Arbeiten zwischen Männern und Frauen aufgeteilt war. Ihre Zivilisation entstand zu einer Zeit, wo sie gemeinsame kulturelle Verbindungen mit den neolithischen Zivilisationen des Ostens und Griechenlands hatte. Sehr schnell aber wich sie von diesen ab und es entstanden eigene Formen. Die Menschen der Jungsteinzeit benutzten Waffen und Werkzeuge aus Steinen und Knochen und stellte Tontöpfe und Figuren her. Am Ende der Periode bestanden die Häuser bei Knossos aus mehr als einem Raum und mit Kieselsteinöfen innerhalb einer organisierten Siedlung. Es entstanden Töpferwaren und kleine Ton- und Steinfiguren wurden hergestellt. Die ältesten Exemplare der Töpferei wurden bei Knossos gefunden. Es gibt aber nur fragmentarische Informationen über die soziale und religiöse Organisation. Die Familie, in ihrer rudimentären Form, muss die Grundlage der Siedlungen gebildet haben. Falls es Führer gab, waren sie die Ältesten oder das religiöse Oberhaupt. Neue Siedlungen aus dem Mittelneolithikum (3.800-3.500 v. Chr.) wurden bei Gortis, Magasa, Sitia und bei Katsambas – nahe Iraklion – entdeckt. Während des Spätneolithikums (3.500-2.700 v. Chr.) gab es Siedlungen fast auf der gesamten Insel und die Häuser wurden ständig benutzt. Die Töpferei wurde einfacher und die Oberflächen poliert. Gefundenes Obsidian und Elfenbein zeugen von den Handelsbeziehungen Kretas zu den Kykladen und dem Osten.   Um 3.000 v.Chr. hatte die Siedlung von Knossos etwa eine Größe von 25.000 m² erreicht. Am Ende der Jungsteinzeit standen die Häuser dort auf starken Fundamenten mit kräftigen Mauern und jeder Haushalt hatte Hofmauern, Öfen und Herde, Kieselböden und Sitzbänke. Bronzezeit Vorpalastzeit (2.600 – 1.900 v.Chr.) Die ersten Bronzeobjekte fanden sich in vor-neolithischen Schichten aus der Zeit etwas Mitte des dritten Jahrtausends v.Chr während

  • Im Blickpunkt:

    • Busse und Taxis Taxi-Fahrpreise

      Taxi-Fahrpreise vom Flughafen Iraklion aus für die Saison 2019. Hinweise zum Taxi-Fahren auf Kreta und die Strecken in östlicher Richtung über Chersonissos und Malia bis nach Sitia, nach Westen bis

    • Iraklion von der Festung Koules Iraklion

      Iraklion, die Hauptstadt von Kreta. Sehenswürdigkeiten in der Altstadt, Venezianische Loggia, Titus-Kirche, Hafen mit Festung Koules, Markt und Einkaufsstraßen, die gewaltige Stadtmauer, Kirchen, Museen und Hotels. Nach dem Ende des

    • Palast von Malia Palast von Malia

      Besichtigung des Palastes von Malia. Seine Geschichte, das Palastgelände, die antike Stadt und Hinweise zum Besuch und Wegbeschreibung. Eine Abzweigung nach links hinter Malia auf der Schnellstraße von Iraklion nach