Ha-Schlucht und andere im Osten

Die imposante Ha-Schlucht bei Ierapetra.

Eingang in die Ha-Schlucht

Der Eingang in die Ha-Schlucht mit der Wasser-Rinne in der Bildmitte unten.

Eine imposante Erscheinung in der Gegend von Ierapetra, nahe dem schönen Dorf Vassiliki, ist die Ha-Schlucht. Sie gilt als eine der wildesten Schluchten auf Kreta und ist eine seltene Laune der Natur, wahrscheinlich durch ein Erdbeben verursacht.

Die Schlucht ist weitgehend durch den Menschen unberührt, da die Erkundung und Besichtigung nahezu unmöglich ist. Nur einige wenige, sehr erfahrene Kletterer haben sie durchquert und jeder Versuch ohne ausreichende Erfahrung und notwendige Hilfsmitteln könnte tödlich enden, wie schone einige male geschehen.

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Der Eingang in die Schlucht ist mit 3 Metern Breite sehr schmal und hoch gelegen. An vielen Stellen ist die Schlucht nur 30 cm breit und an anderen nicht mehr als 3 Meter. Links und rechts erhebt sich eine riesige Felswand von 200 bis 400 Metern Höhe. Die Schlucht ist etwa 1 km lang.

Kurz vor dem Eingang gibt es eine große Rinne, verursacht von einem kleinen Wasserfall, welcher aus einem höher gelegenen See kommt. Dieser ist nicht von diesem Bereich einsehbar, aber wenn man vorsichtig etwas hinauf klettert, kann man ihn erkennen.
Die intensiven Farben, welche von den Felsen leuchten, sind beeindrucken.
Falls man in das Innere der Schlucht gelangen kann, kann man mehrere Wasserrinnen und Wasserfälle sehen, welche vor allem im Winter vorhanden sind.
Wenn man die beeindruckende Schlucht passieren konnte, erreicht man den Berg Thrypti.

Bis vor ein paar Jahren war der Berg mit Kiefern bewachsen und ein wahres Schmuckstück von Kreta. Der größte Teil des Waldes brannte jedoch nieder und die Fähigkeit dieser speziellen Baumart (Pinus brutia) würde zwar eine schnelle Regeneration ermöglichen, wenn nicht das illegale Halten von Schafen und Ziegen dort wäre.

Abgesehen von Pinien, gibt es auch viele andere Arten von Bäumen und Sträuchern, aromatischen Pflanzen und Blumen. Viele seltene und gefährdete Pflanzenarten in der Schlucht sind geschützt.
Die Gegend in und um die Schlucht ist ein sehr wichtiger Naturpark. Die kleinen Wasserquellen ziehen viele Zugvögel, aber auch einheimische Vögel und Säugetiere, Insekten und Schlangen an, welchen Nahrung und Schutz geboten wird.

Ha-Schlucht

Die Ha-Schlucht im Winter mit bedrohlich erscheinender Wolkendecke darüber.

Der kretische Hase, kretische Wiesel und der kretische Dachs kommen durchaus hier vor. Ein Nagetier der afrikanischen Tierwelt ist hier beobachtet worden und nicht irgendwo sonst in Europa bisher gesehen worden: die Stachelmaus, welche wie eine rote Maus aussieht, mit braunem Fell, weiß auf dem Bauch und mit Stacheln auf dem Rücken und an den Seiten wie ein Igel. Der Igel ist auch hier zu Hause und wird durch das griechische Tierschutzgesetz geschützt. In der Schlucht gibt auch viele Nester von verschiedenen Arten der Fledermaus.
Mehrere Raubvögel und Geier leben im Bereich des Thrypti-Berges sowie kleinere Vögel, wie Rebhuhn, Wachtel, Schnepfen, rote Nachtigallen und Krähen.

Die Anzahl der Arten ist enorm, wenn auch die Anzahl innerhalb der einzelnen Populationen aufgrund des Einflusses des Menschen auf ihren natürlichen Lebensraum abnimmt. Illegale Jagd, vorbeifahrende Autos und Vergiftungen durch Pestizide stellen eine ernsthafte Bedrohung dar.


Fotos von der Ha-Schlucht

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Video von der Durchquerung der Ha-Schlucht


Wegbeschreibung


Weitere Schluchten in Ost-Kreta

Havga-Schlucht

Die Havga-Schlucht auf der Lassithi-Hochebene ist im Gegensatz zur Ha-Schlucht einfach zu begehen.
Vor vielen Jahren war die knapp 900 Meter hoch gelegene Lassithi-Hochebene hauptsächlich wegen ihrer malerischen Windmühlen bekannt. Nachdem die Segeltücher an den alten Windmühlen verschwunden sind und die Elektrizität das Wasserpumpen übernommen hat, sind auf der landwirtschaftlich bedeutenden Hochebene vor allem die Zeus-Höhle bei Psichro der Touristen-Magnet. In der Hitze der Hochsaison kommen hier täglich unzählige Bustouristen an.

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Nicht allzu weit davon, im Osten bei den Wasserstaubecken hinter Agios Georgios, befindet sich die Havga-Schlucht. Praktisch bis zum Eingang dieses Canyons kann man auch mit dem Auto fahren und parken. Die Schlucht endet am Ostrand der Hochebene und ist Anfangs leicht zu begehen. Anschließend sind die hohen Gipfel am Südrand der Lassithi-Hochebene allerdings nur noch durch erfahrene Kletterer zu besteigen.

Havga-Schlucht

Diese zwei würden gerne wegen der Hitze durch den Zaun zum Wasser im Sammelbecken.

Man erreicht die Havga-Schlucht von Agios Georgios aus, indem man etwa 2,5 Kilometer in Richtung der südlich davon gelegenen Staubecken (Sammelbecken für das Schmelzwasser der schneebedeckten Gipfel) fährt. Dies geht am besten, indem man rund etwa 150 Meter nach der Kirche nach links in eine schmale Gasse mit dem Schild ‘Havga Canyon’ abbiegt. Bei der nachfolgenden Querstraße geht es noch einmal nach links, dann sofort nach rechts und nach weiteren 300 Metern nach links auf einen Schotterweg. Kurz darauf noch einmal rechts halten und den kleinen, braunen Schildern bis zu einem der eingezäunten, großen Wassersammelbecken folgen.
Nun fährt man den Weg weiter entlang des Zauns und am Ende des Beckens hält man sich links. Etwa 1.000 Meter weiter biegt man vor einem Weinfeld nach rechts ab und kann kurz danach auf einem Parkplatz vor einer Stauwehr am Schluchteingang das Auto abstellen.

Der Höhenunterschied im einfach begehbaren Wanderabschnitt der Havga-Schlucht beträgt nur 50 Meter und für den Auf- und Abstieg können eine Stunde und 30 Minuten eingeplant werden.
Vom Parkplatz an der Stauwehr läuft man durch ein Metalltor auf einem Schotterweg in Richtung Eingang der Havga-Schlucht. Dieser noch gut befahrbare Weg endet an einem kleinen Gehege für Ziegen und andere Nutztiere und nun gibt es nur noch einen Pfad, der weiter in die Schlucht hinauf führt.
In Mitten des Schluchtbettes ragt ein großer Fels mit einem gelben Pfeil heraus, welcher die Marschrichtung vorgibt. Es folgen noch weitere Zeichen am Rande des Weges, wobei mehrfach die Seite über das ausgetrocknete Bachbett mit Kieselsteinen gewechselt wird.

Nach zwanzig bis dreißig Minuten erreicht man in einer Höhe von knapp über 900 Metern eine Weggabelung. Nach rechts ist ein Weg zur Kapelle Timos Statvros markiert. Die Schlucht verläuft aber weiterhin um das Bachbett herum und nach einer lichten Ansammlung von kretischen Ahorn und Steineichen muß man nun im Bachbett weiter marschieren.
In 923 Metern Höhe erreicht man eine massive Mauer aus riesigen Felsklötzen. Im Zentrum lassen sich diese zwar einfach überklettern, aber anschließend wird die Gegend nicht mehr allzu häufig von Menschen aufgesucht und ist daher sehr unwegsam.
Deshalb empfiehlt es sich, an dieser Stelle die Wanderung abzubrechen und umkehren.


Kritsa-Schlucht

Eine der eindrucksvollsten Schluchten auf Kreta in der Nähe von Agios Nikolaos. Der Rundweg ist eineinhalb Stunden lang, kann aber auch mit einem kleinen Umweg verdoppelt werden. Oft trifft man hier auch andere Wanderer und im kiesigen Schluchtbett leben Hunderte von Steinmännchen.

Ausfallstrasse aus Agios Nikolaos nach Kritsa

Die südliche Ausfallstrasse aus Agios Nikolaos nach Kritsa mit den schneebedeckten Gipfeln der Lassithi-Hochebene im Winter.

Von Agios Nikolaos erreicht man die Kritsa-Schlucht am besten vom südlichen Stadtrand an der großen Kreuzung aus, wo die neue Schnellstraße nach Ierapetra abzweigt. Hier fährt man aber gerade aus in das 9 Kilometer entfernte Kritsa. Am Ortseingang ist ein Kreisel, den man in nach rechts in Richtung der Ruinen-Stadt Lato verlässt. Zweihundert Meter nach dem Ortschild am Ende von Kritsa hinter einer Brücke biegt man nach links in einem mit einem Schild ‘Gorge’ markierten Feldweg ab. Dieser führt direkt auf den Eingang der Schlucht zu und nach 300 Metern kann man das Auto abstellen.
Per Bus kann Kritsa von Agions Nikolaos auch erreicht werden und von der Haltestelle bis zur Schlucht sind es etwa 15 Minuten zu Fuß.
In Kritsa selbst gibt es übrigens die bedeutendste byzantinische Kirche auf Kreta, die Panagia Kera. Auch zahlreiche Geschäfte und Lokale sind vorhanden.

Der Höhenunterschied innerhalb der Kritsa-Schlucht beträgt bis zu 150 Metern und manchmal ist etwas Kletterei über Felsen erforderlich. Der Rückweg ist völlig problemlos auf landwirtschaftlichen Wegen.

Von der Stelle, an der man das Auto abgestellt hat, wandert man links den Pfad hinunter und kurz danach an einem Metalltor wiederum nach links durch eine Olivenhain-Terasse in das Schluchtbett hinunter. Man folgt dem Pfad in die Schlucht über vom Wasser rund gewaschene Steine.
Unterwegs ist ein großer Felsblock im Weg, den man an der rechten Seite mit Hilfe von eingeschlagenen Metallbügel überwinden kann. Kurz danach steht mitten in der Schlucht ein Johannisbrotbaum.
Anschließend gibt es faszinierende enge Stellen in der Schlucht, wo die bis zu 150 Metern hoch ansteigenden Felswände nur einen schmalen Durchgang frei lassen. Eine ausgewaschene Stelle, welche schon wie ein Rohr aussieht, kann wiederum mit Hilfe von zwei Metallbügeln überwunden werden.
Danach sind einige Felsbrocken in die Schlucht gefallen und weitere Sperren aus Felsen und ausgewaschenen Steilstellen können umgangen werden, wobei Pfeile den richtigen Pfad markieren.

Nun wird die Kritsa-Schlucht etwas breiter und ein alter Zaun kann leicht überwunden werden, da er schon niedergerissen ist. Nach etwa einer halben Stunde nach dem ausgewaschenen Rohr erreicht man den Ausgang der Schlucht, was durch ein Schild mit der Aufschrift ‘Exit’ angezeigt wird.

Das war der faszinierendste Teil der Wanderung. Nun besteht die Möglichkeit, die Wanderung auf drei Stunden zu verdoppeln, indem man gerade aus in Richtung Tapews weitergeht.

Auf der üblichen Route jedoch verlässt man das Schluchtbett rechts auf einem Pfad mit der Markierung durch ein Steinmännchen. Schon gleich danach ist ein viereckiges Fundament aus Holzblöcken an der Seite des Pfads und dieser verbreitert sich zu einem Schotterweg, an dessen Seiten Steineichen und Buschwälder wachsen. Nachdem man den Weg hangaufwärts gewandert ist, trifft ein weiterer Pfad von links kommend auf diesen und nach weiteren 5 Minuten erreicht man eine quer kreuzende Schotterpiste.
Der Schotterpiste folgt man nach rechts und nach weiteren fünf Minuten führt die Schotterpiste nach links. Hier folgt man dieser nicht weiter, sondern geht geradeaus auf einem alten Muliweg weiter, der nach kurzer Zeit von Mauern aus Felsblöcken eingeschlossen wird. Von hier aus hat man einen schönen Überblick über das breite Tal mit seinen Olivenbäumen unterhalb von Kritsa.

Es folgt ein Gatter und der Weg führt hinab und trifft auf einen Feldweg, der direkt durch einen Olivenhain wieder zum abgestellten Auto führen sollte.


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