Kreta, die größte griechische Insel

Erscheinungsbild der Insel Kreta

Zwischen Griechenland und Afrika gelegen, ist die fünftgrößte Mittelmeer-Insel eine Welt für sich. Kreta ist durch eine Anzahl hoher Berge, welche die Insel durchkreuzen, gekennzeichnet. Es gibt tiefe Täler, Schluchten, Klammen und es haben sich zahlreichen Hochebenen zwischen den Bergen gebildet.

Berge und Hochebenen

Lassithi Plateau

Die Lassithi-Hochebene mit den noch schneebedeckten Dikti-Bergen im Hintergrund.

Die Insel wird durch drei große Bergketten und deren Ausläufer beherrscht. Im Westen in der Präfektur Chania befindet sich der große Bergkomplex der Weißen Berge oder Madares, der höchste Gipfel ist der Pachnes auf 2.453 Meter.
Ida oder Psiloritis liegt im Zentrum von Kreta, der höchste Gipfel ist Timios Stavros mit 2.456 m, zugleich die höchste Stelle auf Kreta.
Im Osten, am westlichen Rand der Präfektur Lasithi, befindet sich der große Dikte-Bereich oder die Lassithi-Berge, deren höchster Gipfel mit 2.148 Meter keinen Namen trägt. Es gibt einen niedrigeren Ausläufer nördlich vom Berg Ida, genannt Kouloukona, welcher seit der Antike als die Tallaia-Berge bekannt ist.
Auf der Südseite der Insel ist der Berg Kedros, 1777 Meter hoch und weiter nach Westen, im Süden der Ebene von Messara, befindet sich der Berg Kofinas oder Asterousia, 1231 Meter hoch. Die Sitelan-Halbinsel beinhaltet die Siteian-Berge, deren höchste Gipfel der Kliros mit 1.320 m, Afendis Kavousi mit 1.476 m und weiter westlich die tiefer liegenden Gipfel des Plagias (819 m) und Prinias (803 m) sind.

Es gibt fruchtbare Hochebenen zwischen den Bergen. Die wichtigsten sind Omalos in den Weissen Bergen auf einer Höhe von 700 m, sowie Nida auf der Ostseite vom Berg Ida in einer Höhe von 1.400 Metern, in der Nähe der Idaian-Höhle. Die berühmte Lassithi-Hochebene , die größte in ganz Griechenland, liegt in einer Höhe von 817 bis 858 Metern und ist praktisch flach, 10 x 5 km groß und verfügt über 21 Dörfer. Das Katharo-Plateau ist westlich von Kritsa in einer Höhe von 1.160 Metern.

Schluchten

Tal der Toten

Das ‚Tal der Toten‘ bei Zakros.

An vielen Stellen an den Hängen der Berge haben sich Schluchten durch tiefe, schmale Risse in der Erde gebildet und welche bei der Erhaltung der Flora und Fauna der Insel eine sehr wichtige Rolle gespielt haben. Die wichtigsten sind in den Weissen Bergen, wobei die größte und schönsten wohl die Samaria-Schlucht oder auch Pharanga ist, welche 18 km lang ist und von Xyloskalos Ayia Roumeli bis zum Libyschen Meer reicht.

Andere Schluchten sind Therisos in Kydonia, Stylos und Ramni, welche nahezu unpassierbar sind und die vollständig unpasssierbare Ayia Eirene Selinas. Dazu gibt es noch die Imbros-Schlucht auf dem Askyfou-Plateau, die Schlucht des Flusses Petre an den Hängen des Kryoneritis und die Schluchten von Kotsifos, Kourtaliotis und Prasano in der Präfektur Lassithi.

Dazu gibt es einige Schluchten auf dem Berg Ida, wobei die bedeutendste die malerische Ayiofarango und die Arvi-Schlucht in Viannos sind. Die Cha-Schlucht Porofarango ist in Lassithi und Kryfti bei Sitia und Zakros.

Ebenen

Mesara-Ebene

Die Mesara-Ebene fotografiert im Winter vom Zugang zum Plast von Festos aus.

Die größte Ebene auf der Insel ist Messara in der Präfektur Iraklion. Andere kleinere, aber bedeutende sind die Ebene von Ierapetra in der Präfektur Lassithi, Apokoronos, Kydonia, Kissamos und Kandanos in der Präfektur Chania, Mylopotamos und Agios Vasileios in der Präfektur Rethimnon und Pediada in der Präfektur Iraklion.

Flüsse, Seen und Quellen:
Aufgrund der Dichte und der Zusammensetzung des Bodens, welcher über viele Risse und Spalten verfügt, ist die Insel Kreta nicht in der Lage, daß Regenwasser aufzunehmen. Das Wasser rinnt hinunter zum Meer und ist verloren, bevor es Flüße und Seen bilden kann. Von daher gibt es keine nennenswerten Flüsse und die wenigen, welche es gibt, sind eher wie Wildbäche, da sie nur wenig oder gar kein Wasser im Sommer führen. Die wichtigsten Flüsse sind der Kourtaliotis oder Megas-Fluss, Platanias, Koiliaris, Anapodiaris und Almyros.

Es sind keine Seen bis auf Kourna. Es gibt Sußwasserquellen in der Gemeinde Amari in der Präfektur von Rethimnon, in Viannos sowie in Ost- und West-Kreta.

Pflanzen- und Tierwelt

Pflanzenwelt auf Kreta

Bäume und Pflanzen links und rechts von einem Pfad auf Kreta.

In der Antike hatte Kreta eine üppige Vegetation und war dicht bewaldetet und fruchtbar. Nach Homer war es ‚reich auf dem Lande und in der umgebenden See‘, nach Dionysios Alexandreas war es ’sehr fruchtbar und ertragreich‘. Strabo und Plinius lobte seinen Wäldern. Platon und Diodor sprachen von den Zypressenwälder rund um Knossos. Es war stark mit allen Arten von Bäumen, Wild- und Kulturpflanzen überzogen, darunter viele wirksame Heilmittel, weshalb es Theophrastus als ’sehr heilsam‘ bezeichnete. Das alte Kreta hatte keine wilde Tiere oder Giftschlangen, was zu dem traditionellen Anspruch führte, daß Zeus Zeus dort geboren sein sollte oder daß Hercules die Insel von Wildgetier befreit hat.

Heutzutage, wegen des Klimas und des Bodens, aber auch vor allem wegen der großen Verwüstungen, welche die Insel im Verlauf der vielen Jahrhunderte unter den verschiedenen Erobern erfahren hatte, ist die Flora begrenzt, aber reich an Arten. Nach Expertenmeinungen gibt es 2.000 verschiedene Pflanzenarten auf Kreta, wovon 160 nur hier vorkommen. Diese seltene Pflanzen werden vor allem in den Schluchten gefunden und an steilen Hängen, aber es gibt auch einige in den Ebenen und entlang der Küsten.

Auf den Bergen der Insel gibt es Wälder aus Steineichen, Johannisbrot, Nussholz, Platanen, Kiefern und einige Eichen. Zitrusfrüchte, Trauben und Oliven werden in den Ebenen angebaut. Der Olivenhain von Rethimon ist der größte im Mittelmeer.

Zusätzlich zu der gewöhnlichen Tierenwelt, welche auch in anderen Teilen Griechenlands vorkommt, gibt es eine seltene Form der Wildziege auf Kreta: das kretische Kri-Kri. Es lebt in den Weissen Bergen und der Samaria-Schlucht. Um die Tiere zu schützen, wurde die Jagd auf sie verboten und auf den vorgelagerten Inseln Dia, Theodorou und Ay. Pantes Reservate für sie eingerichtet. Es gibt keine wilden Raubtiere auf der Insel.

Küstenlinie

Küstenlinie Kreta

Küstenlinie im Nordosten bei Vilichadia (nördlich von Elounda).

Außerhalb der großen Buchten an der Nordseite der Insel ist die Küste felsig, mit vielen kleinen Buchten, zwischen denen sich Sandstrände verschiedener Größe befinden. Die Küste auf der Südseite ist – mit Ausnahme von West-Kreta – glatter und mit schönen Sandstränden. Es ist schwierig, sich der Küste im westlichen Teil zu nähern, während es im östlichen und nordöstlichen Teil Buchten, Stränden und den berühmten Vai-Pinienwald gibt.

Klima
Kreta verfügt über eine der mildesten und gesündesten Klimazonen in Europa. Der südliche Teil ist noch milder und auch geeignet für Winterurlaub. Das Klima auf den Hochebenen und den Bergen ist kontinental, wo es weniger Einflüsse vom Meer gibt.

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